Wahnsinn aus dem Steirerland

Nachdem ich schon öfter über begeisterte Werlitsch-Wein-Kommentare gestolpert bin, mußte ich jetzt endlich mal zuschlagen und habe mir ein umfassendes Probierpaket von Werlitsch-Weinen besorgt.

Eins vorweg: Der Herr Tscheppe scheint echt ein Wein-Wahnsinniger im absolut positiven Sinne zu sein. Ich habe mich entschlossen, beim Probieren „unten“ anzufangen und -um es vorweg zu nehmen- was ich erlebt habe, hat mich echt geplättet! Das erste Versuchskaninchen war der

2010er Morillon vom Opok – Landwein, Werlitsch, Südsteiermark

Anfangs schlich sich noch ein bißchen Kuhstall (nicht unangenehm) in meine Nase, aber in kurzer Abfolge entwickeln sich so viele Aromen, daß ich sie gar nicht alle identifizieren konnte. Ich war ganz gebannt von dieser Entwicklung. Trotz zwei Jahren im großen Holzfaß werden alle diese Aromen wie Quitte und andere gelbe Früchte -sogar Banane kommt irgendwann zum Vorschein-, Gewürze wie Thymian, saure Komponenten wie Mandarinen und Stachelbeeren aber nicht überdeckt, sondern eher getragen. Mineralien schießen quer über den Gaumen, man wird den Geschmack schier gar nicht mehr los. Einerseits könnte man jetzt von einer Geschmacksexplosion sprechen, aber das wird dem Wein eigentlich nicht gerecht, da die Aromen nicht mit Macht auf einen einwirken, sondern sich sehr elegant und langsam, aber doch in dichter Abfolge intensiv im Mund entwickeln.

Echt: sowas hatte ich überhaupt noch nicht, ich war hin und weg!

Und vor allem: dies ist der Einstiegswein von Werlitsch, auch wenn der schon 13,50 EUR kostet, aber jeden Cent mindestens zweifach wert ist. Jetzt frage ich mich, wo ich da hinkomme, wenn ich mich jetzt langsam zum Ex Vero III hochschraube. Ich werde es peu à peu erfahren…

Meine Wertung: 3 (4 habe ich ja nicht definiert)

Kleiner Nachtrag: Ein Rest von diesem war noch in der Flasche übrig geblieben und wurde von mir in einem nicht täglich genutzten Kühlschrank vergessen. Was ja eigentlich unverzeihlich ist! Aber: Ich war umso mehr erstaunt, als daß der Wein die Zeit von gut zwei Wochen praktisch ohne Qualitätsverlust überstanden hat. Die Fruchtaromen sind vielleicht noch etwas in den Hintergrund getreten und die Mineralik zeigte sich noch deutlicher. Vielleicht waren es auch nur die anderen Umstände des Probierens. Der Spaß am Wein war aber immer noch genauso groß!

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