Slowenischer Wein? Im Ernst?

Ein echter Grenzgänger ist dieser Wein aus Slowenien:

2012er Sauvignon Blanc – Fosilni Breg – suho – Kakovostno Vino Z ZGP, Domaine Ciringa / Tement, Štajerska Slovenija

Das bekannte Weingut Tement aus der Steiermark hat vor einigen Jahren seine Anbauflächen über die Grenze der Steiermark hinweg nach Slowenien hin erweitert. Direkt an Tements Top-Lage Zieregg angrenzend wird dieser Sauvignon kultiviert, der -das kann man vorweg nehmen- sehr deutlich die Handschrift der großen Zieregg-Weine trägt. Klar, der Wein wächst auf slowenischen Boden und mit der „Domaine Ciringa“ dokumentiert Eigentümer Tement auch klar diesen Unterschied. Dennoch könnte man auch von einem steirischen Wein sprechen, wenn man wollte. Egal: der Geschmack zählt!

Und der ist wirklich bemerkenswert! Der fossilienhaltige Muschelkalk hinterläßt deutliche mineralische Spuren, in Nase und Gaumen zeigen sich schöne säuerlich-würzige Fruchtnoten in Richtung Limette und Ananas, ganz leichte Holznoten im Hintergrund. Direkt aus der Flasche ist die Säure noch etwas angriffslustig, auch wirkt der Wein dann noch kurze Zeit etwas grasig, aber schon nach ein paar Minuten im (Gabriel-) Glas entwickelt sich der Wein zu einem sehr eleganten Bruder. Dann überzeugt er durch eine sehr klare Struktur, sehr trocken, immer noch kernige aber nicht aufdringliche Säure. Wenn ich vergleichen müßte, fällt mir der 2013er Sauvignon „Kirchleiten“ von Tiefenbrunner aus Südtirol ein, ebenfalls ein sehr bemerkenswerter Vertreter dieser Rebsorte.

Fosilni Breg steht den „echten“ Zieregg-Brüdern (oder Schwestern?) stilistisch kaum oder gar nicht nach, er ist aber u.a. bedingt durch den anderen Ausbau im großen Holz eher ein Wein, der auch und gerade jung Spaß macht, während die Zieregg-Weine doch mehr an Finesse bieten, mächtiger sind und gerne ein paar Jahre liegen bleiben wollen. Aber eben auch bis zum 4-fachen kosten.

Bei einem Preis von gerade mal 12 EUR ist das hier ein echter Preisknaller, der dem österreichischen STK-Bruder in der gleichen Liga eigentlich das Leben schwer machen müßte. Macht absolut Lust auf mehr!

Kleiner Nachtrag: das mit der „Lust auf mehr“ muß ich explizit auf diesen beschriebenen Jahrgang beziehen, der 2014er jedenfalls ist aus meiner Sicht alles andere als ein würdiger Nachfolger dieses Weins…

Meine Wertung: Nachkauf 2/3

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