Werlitsch, die Dritte…

Nachdem ich von den Werlitsch-Weinen nach der zweiten Flasche bereits völlig hin und weg gewesen bin, war ich sehr gespannt, wie die Entdeckungsreise weitergeht:

2011er Drei Generationen – Gemischter Satz – Landwein, Werlitsch, Südsteiermark

Dieser Wein ist eine Cuvée bzw. ein Mischsatz aus Muskateller, Traminer, Welschriesling, Sauvignon Blanc und Morillon respektive Chardonnay. Insofern erinnerte mich der Wein gleich an den Wolferl, der auch schon einen äußerst positiven Eindruck bei uns hinterlassen hat.

In der Nase dominieren anfangs (nach ca. einer Stunde Luft) Muskateller und Traminer mit ihren würzigen Noten nach Stroh, Thymian und Maronen, Walnüsse vielleicht noch. Ich habe bis jetzt nie einen Wein erlebt, der sich dann am Gaumen so derart anders präsentiert als in der Nase. Dort überwiegen eher die nicht so würzigen Rebsorten, vorwiegend exotische Aromen wie Lychee, Mango, vielleicht Papaya. Saure Noten von Zitrusfrüchten machen sich breit, wobei das Spektrum sich mit der Zeit verändert, was den Genuß noch spannender macht. Der Opok-Einfluß, den ich schon von meinem ersten Werlitsch-Wein her kenne, verschönert auch hier den lang anhaltenden Abgang.

Schon der dritte Werlitsch-Wein, der mich sprachlos fast niederknien läßt, sechs weitere Erlebnisse aus diesem Haus stehen mir noch bevor. Ich freue mich schon drauf!

Meine Wertung: 3 (habe schon nichts anderes mehr erwartet)

9 comments on “Werlitsch, die Dritte…

  1. Hallo Plongel,

    habe schon in verschieden Blogs viel gutes über die Weine von Ewald Tscheppe gelesen und nach Deinen drei Berichten jetzt auch den 11er Ex Vero I und den 09er Amphorenwein gekauft – bin gespannt, ob ich Deine Begeisterung teilen werde 🙂

    Cheers p-no

    PS: Schöner Blog, macht Spass zu lesen.

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    • Vielen Dank für die Blumen!

      Ich habe nach diversen Lobeshymnen einfach mal beim Lobenberg insgesamt 9 verschiedene Flaschen geordert und davon bis jetzt die drei vorgestellten Schätzchen verkostet. Eins ist sicher: Man liebt sie oder man haßt sie. Die Weine sind absolut nicht everybodies darling, deswegen kann der Schuß durchaus nach hinten losgehen. Meinen Nerv haben sie jedoch getroffen…

      Wäre schön, deine Einschätzung zu erfahren! Viel Spaß beim Probieren!

      Erich

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      • Werde Dir auf jeden Fall berichten 🙂 . Mit dem Ex Vero I werde ich (meinem Geschmack entsprechend) eher nicht ganz daneben liegen, soll ja nich zu „abgefahren sein“ und ich mag einige der sogenannten „vins naturels“ recht gerne.
        Der Amphorenwein ist ein Versuch, nachdem ich meinen ersten und letzen Orange Wein vor ca. 10 Jahren absolut grauenhaft fand. Aber der Geschmack verändert sich und entwickelt sich und in diesem Fall hat mich dieses Video http://www.flaschendreh.com/flaschendreh-vol-49-modefarbe-orange/ neugierig gemacht (glaube ich bin auf den Blog über ein Post von Dir auf WaL gestoßen – danke dafür 😉 ) .

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      • Das war auch eine der auslösenden Quellen für mich. Freut mich, wenn die Information positive Folgen hat!
        Wie bei allem im Leben kann man auch beim Orange Wine alles richtig oder alles falsch machen. Deshalb mein Motto: Never give up trying!

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  2. Hallo Erich,
    jetzt habe ich die beiden Weine von Werlitsch versucht – zum Ex Vero I hatte ich ja schon an anderer Stelle ein paar Zeilen geschrieben.
    Der 09er Amphorenwein (dessen „Nachfolger“ Du ja hier beschreiben hast) hat mich sehr positiv überrascht. Auch ein Wein der im Glas oder in meinem Fall im Dekanter Zeit brauchte. Irgendwie ein angenehmer, leiser Wein, ausgewogen und vielschichtig – hat mich an eine Blumenwiese erinnert, nicht sehr viele Blumen, Gras und eine menge feuchter Boden, dazu noch ganz dezent ein paar Mandarinen (oder etwas in der Art).
    Den „Boden“ riecht und schmeckt man bei beiden Werlitsch Weinen (auch beim Ex Vero) und auf der (primär)fruchtigen Seite sind sie absolut nicht.
    Insgesamt hat Werlitsch sicher zurecht aktuell sehr viel Aufmerksamkeit in Blogs und Foren, wobei es mich echt wundert, dass seine Weine anscheint so konsensfähig sind.
    Andere Weine dieser Machart (wie z.B. die Pouilly-Fume von Alexandre Bain) sind deutlich einfacher zu verstehen, auch sehr lecker und kaum im www präsent.
    Den Amphorenwein hab ich nachgekauft, die 2 Flaschen 11er Ex Vero I werde ich mind. 2 Jahre im Keller vergessen.
    Bin gespannt wie Du den Ex Vero I beschreiben wirst 🙂
    Cheers p-no

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    • Schön, daß die Amphore so gut ankam. In diesem Segment scheint es ja auch einiges an halbgarer Ware zu geben, obwohl ich bis jetzt durchweg ein glückliches Händchen hatte.
      Bei Flaschendreh.com gibt es ein Video über den Amphoren-Werlitsch, bei dem auch rauskam, daß der Wein wohl etwas Zeit brauchte, bis er sich schön entwickelt hat. Insofern kann es schon gut sein, daß die Ex Vero I bis III auch noch etwas Zeit brauchen. Wobei ich aktuell gar nicht auswendig weiß, welcher Jahrgang da bei mir im Keller schlummert. Ich weiß auch noch nicht, wann ich die aus dem Keller rausholen werde. Der nächste Wein „von neben der Spur“ wird wahrscheinlich der orange Jesus von der Ankermühle oder der Sgarzon von Foradori sein, mal sehen…

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      • Die Weine von Foradori habe ich bis dato noch nicht probiert (sollen interessant sein).
        Den Jesus habe ich als 2009er schon getrunken und auch noch eine Flasche im Keller – spannender Wein, hat wenig bis nichts mit dem typischen Rheingauer Riesling zu tun.
        So richtig „orange“ ist der (zumindest in 09) glaube ich nicht – eher ein Riesling nach Machart eines weißen Burgunders, mit viel (neuem) Holz/Barrique. Erschien mir allerdings mehr nach einem Experiment, etwas „gewollt“ im Vergleich zu den Weinen von Werlitsch, die für mich souveräner und „ruhiger“ rübergekommen sind.
        Nachgekauft hab ich den Jesus (und andere Weine) von der Ankermühle nicht, ein Fehlkauf war er aber auch nicht. Übrigens ist die Ankermühle ein sehr schöner Ort mit toller Aussicht – lohnt einen Ausflug.

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      • Moin moin,
        von der Ankermühle gibt es ja zwei Jesus, den „normalen“ mit dem grünen Etikett (und amtlicher Prüfnummer) sowie den Landwein mit dem orangen Etikett (ohne Prüfnummer und ohne Verschlußkappe). Beide warten noch…
        Welchen von beiden hattest du denn?
        Für einen Ausflug ist die Ankermühle etwas weit weg von mir (wie leider fast alles, was mit Wein zu tun hat, 150 km Fahrt Minimum bis zum nächsten Winzer), vielleicht habe ich irgendwann mal wieder ein Projekt in der Gegend…
        Von Foradori kenne ich bis jetzt nur den Basis-Teroldego, aber der ist schon ein Gedicht. Mein örtlicher Weinhändler hat den Sgarzon zwar eigentlich im Programm, aber der ist immer chronisch ausverkauft. Doch jetzt habe ich mal eine Flasche ergattert, dazu noch den Nosiola aus dem gleichen Haus, ebenfalls autochton im Trentino. Bin schon gespannt.
        Weiß nur noch nicht, wann ich das ganze Zeugs probiere, zur Zeit ist die Warteschlange ziemlich lang, es gibt einfach so viele interessante Sachen zu entdecken.

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  3. Der 2009er hat ein weißes Etikett und ist auch „nur“ als Landwein deklariert.
    Damals gab es den Orange wohl noch nicht und für die Prüfer war der 09er Jesus wohl auch kein „typischer“ Riesling, der eine Prüfnummer verdient hätte 😉
    Tendenziell ist es wohl der Vorgänger des normalen Jesus, schätze ich mal.
    Bin gespannt auf Deine Berichte.

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