Riesling extra dry

Ich „leide“ bei deutschem Riesling häufig unter der Tatsache, daß hierzulande „trocken“ bis 9 g/l Restzucker definiert ist. Viele trockene deutsche Rieslinge kratzen eher an dieser oberen Grenze als sich der 0-Marke zu nähern. Mir persönlich sind diese Gewächse dann häufig schon deutlich zu restsüß, wenn die Süße-Säure-Balance nicht stimmt. Ist dann einfach nicht so meine Richtung – von Ausnahmen, welche in vielen Fällen von der Mosel kommen, mal abgesehen. Deshalb bin ich immer froh, wenn ich mal -gemäß meiner persönlichen Definition- wirklich trockene Rieslinge aus D ins Glas bekomme. So wie diesen hier:

2013er Riesling – Von Unserm – trocken – Gutswein, Balthasar Ress, Rheingau

In der Nase ist der Wein noch etwas zurückhaltend, Zitrusfrüchte und Boskoop-Apfel sind erkennbar, man kann jedoch nicht von einem fruchtbetonten Wein sprechen. Die prägnante Säure macht sich bereits hier deutlich bemerkbar. Am Gaumen dann zeigt sich der wirklich sehr trocken-mineralische Charakter des Weins. Sehr direkt und puristisch, kein Schnickschnack, präzise Zitrusaromen -vorwiegend Limette- und etwas Verjus, die deutliche Säure durchaus elegant und nie unangenehm, recht langer Abgang. Die 12 PS laut Etikettangabe passen zu dem Mundgefühl, leicht und trinkfreudig, aber ganz und gar nicht substanzlos.

Irgendwie nicht gerade typisch für das, was ich sonst so aus dem Rheingau kenne. So stelle ich mir guten Riesling vor, wissend, daß das in Deutschland trotz angeblichem Trocken-Hype (anders als z.B. in Österreich) durchaus als Minderheitsmeinung gewertet wird.

Meine Wertung: 2

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