Heute mal was Klassisches!

Ich habe auch klassische Musik in den Regalen stehen und heute war uns mal nach was sehr Erhebendem. Deshalb haben wir uns die Neunte von Beethoven gegönnt. Und zwar in der Form

Ode an die Freiheit – Bernstein in Berlin – Beetvoven – Symphonie Nr. 9

Dies ist die Aufnahme, die anläßlich der Maueröffnung Weihnachten 1989 im Schauspielhaus Berlin, damals noch DDR, unter der Leitung von Leonard Bernstein entstanden ist.

Für mich ist Bernstein einer der größten Dirigenten ever gewesen. Er hat es aus meiner Sicht immer verstanden, auch zeitlich in die Jahre gekommene Werke mit einem Schuß Modernität und Frische zu dirigieren, ohne die Stücke dabei selbst zu verfremden oder zu überinterpretieren.

Es gibt im 4. Satz in der Textpassage von Friedrich von Schillers Ode „An die Freude“ eine dem Anlaß geschuldete Textänderung, das Wort „Freude“ wird an zwei Stellen durch „Freiheit“ ersetzt. Daher auch der Titel der CD.

Noch was Technisches: Ich habe die CD, die 1990 gepreßt wurde, zweimal. Einmal „Made in UK“ und einmal „Made in W.Germany“. Die Pressung aus England löst sich schon seit Jahren vom Rand her auf, aber bis jetzt spielt sie noch durch. Die Pressung aus Deutschland ist in einem Zustand wie am ersten Tag. Es gibt ja die Diskussion darüber, wie lange CDs oder DVDs halten. Aus meiner Erfahrung insbesondere mit den CDs aus England (da habe ich noch mehr Kandidaten, die sich vom Rand her auflösen) kann ich nur feststellen, daß die Qualität der Herstellung da wohl eine ganze Menge ausmacht. Ich habe auch eine ganze Menge CDs aus Japan aus den ersten Jahren (ab Oktober 1982), die sind allesamt noch in Top-Zustand…

Und noch was Technisches: Anscheinend ist Beethovens Neunte daran schuld, daß die CD’s technisch so ausgelegt wurden, daß sie eine Spielzeit von 74 Minuten haben. Es war nämlich der Wunsch eines damaligen Sony-Oberen, daß diese Symphonie in der Gesamtlänge auf eine CD paßt. Die längste damals bekannte Aufnahme (Dirigent: Wilhelm Furtwängler – 74 Minuten – er hat meistens etwas länger gebraucht) war somit der Maßstab für das CD-Design. Und damit auch für den Durchmesser von 120 mm. Ursprünglich sollte die CD nur 115 mm Durchmesser haben, damit sie in die üblichen Hemden-Brusttaschen paßt, aber das funktioniert wegen Beethoven nun nicht, denn die Bekleidungsindustrie hat ihren Standard deswegen nicht geändert…

Aber zurück zu Beethovens Neunter: Das Werk an sich ist schon genial, vor allem wenn man bedenkt, daß er zu der Zeit der Arbeiten an der Symphonie bereits ertaubt war. Es war damals nicht nur einfach eine weitere Symphonie, sondern gilt als erste Symphoniekantate, die die nachfolgenden Werke andere Komponisten entscheidend beeinflußt hat, somit als bedeutender Meilenstein in der Epoche der Romantik.

Dann noch Bersteins überragende Führung des Orchesters (eine seiner letzten Produktionen), welches aus Mitliedern von 6 Orchestern aus West- und Ostdeutschland und den Siegermächten UdSSR, UK, USA und Frankreich zusammengesetzt war; und der geschichtliche Bezug, einfach genial!

Meine Wertung: 4

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