Kur-Wein – Hauptsache

Gestern waren wir in Bad Wörishofen, allerdings nicht als Kurgäste. Wir haben dann in einem der unzähligen Kurhotels ganz gut gegessen und dazu ein angemessenes Weinchen ausgesucht:

2006er Chablis Grand Cru – Valmur – Chardonnay, Jean Collet & Fils, Bourgogne

Auf der Karte waren drei Jahrgänge zur Auswahl angeboten: 2002, 2003 und 2006. Alle zum gleichen Preis übrigens. Eine kurze Fachsimpelei mit dem Chef des Hauses führte dann zur Wahl des 2006er.

Valmur gilt als eine der besten Grand Cru-Lagen in Chablis, neben Les Clos. Allerdings heißt es, daß die Weine erst nach deutlicher Flaschenreifung die Ebene der Les Clos-Weine erreichen können. Ob das wirklich so ist, konnte ich mangels Vergleichsmöglichkeit jetzt nicht herausfinden, also konzentrierten wir uns ganz auf die Valmur-Variante.

In der Nase gleich nach dem Öffnen ein deutliches Aroma nach grüner Paprika. Dann die Vanille, die der Reifung in Barriques entstammt. Erst danach die Fruchtaromen nach Banane, ein bißchen Pfirsich, auf der würzigen Seite Nelken, Muskat und Sternanis. Die Paprika zieht sich nach einiger Zeit zurück und gibt den restlichen Fruchtaromen mehr Raum, jetzt läßt sich hier deutlich mehr entdecken. Auch das Holz wirkt nach kurzer Zeit geschmeidiger und dominiert die anderen Aromen nicht. So wie es bei einem Chardonnay eigentlich sein soll. Am Gaumen zeigt sich die deutliche mineralische Seite, insgesamt sehr trocken und mit nur wenig Säure ausgestattet, läßt sich der Wein mit seinen 13 PS dennoch sehr leicht trinken, da die Komplexität und Eleganz seiner Aromatik mit jedem Schluck erneut Lust auf mehr macht. Der Abgang währt durchaus einige Minuten, wenn man dem Wein die Zeit dazu läßt.

Den geschmacklichen Höhepunkt hatte der Wein nach ca. 1 1/2 Stunden. Alles wirkte da sehr ausgewogen und man wurde immer wieder zur Aromensuche animiert und konnte auch was finden.

Sehr schöner Chablis, der anscheinend jetzt nach 9 Jahren -davon 2 Jahren im Barrique- noch keine wirklichen Alterserscheinungen zeigt, da die fruchtige Seite immer noch deutlich präsent war. Nur der Paprika ganz am Anfang zeigte ein bißchen, daß der Wein jetzt langsam in ein neues Reifestadium übergeht.

Meine Wertung: 2

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