Gereifter Pinot aus Beaune

Vor einigen Jahren habe ich mal zwei Magnums von Ballot Millot geschenkt bekommen. In meinem Umfeld sind die Rotweinliebhaber aber eher rar gesät, deshalb hat es eine ganze Zeit gedauert, bis ich mal eine Runde zusammen hatte, mit der das Öffnen einer der beiden Flaschen sinnvoll erschien. Gestern war es dann soweit und ich habe die Chance genutzt, den

2003er Beaune Epenottes 1er Cru – Pinot Noir, Ballot-Millot, Bourgogne

zu entkorken. Für die Magnum hat die Kellerei die gleichen Etiketten wie für die normalen Flaschen verwendet, deshalb weist es nur 75 cl aus. Der Korken war bereits ziemlich durch, aber er hat keinen negativen Einfluß auf den Inhalt gehabt, soviel vorweg.

Beaune Epenottes 1er Cru ist eine reine Pinot Noir-Lage, auch wenn es nicht auf der Flasche drauf steht. Davon hat Ballot Millot etwa 0,4 ha mit jetzt 35 Jahre alten Reben bepflanzt.

Im Glas eine schöne, transparente Pinot Noir-Farbe, die aufgrund des Alters von nunmehr 12 Jahren eine ganz leichte bräunliche Tönung zeigt. In der Nase sind insbesondere die Kirscharomen jedoch noch voll präsent, sehr präzise und ausdrucksstark. Weiterhin eine ganz dezente Holznote, die sich in Vanille, Nelken, Muskat, Zimt ausdrückt, sehr fein und differenziert. Am Gaumen bestätigt sich dieser Eindruck voll und ganz. Neben der Kirsche auch schwarze Johannisbeere. Auch hier das Holz sehr dezent, die Tannine von Beginn an samtig elegant. Recht trocken, ein wenig animierende Säure. Nicht unbedingt kraftvoller, aber intensiver und anhaltender Abgang. Seine 13,5 PS sind unauffällig und machen den Wein in keinster Weise schwer.

Über die 2½ Stunden, in denen wir den Wein getrunken haben, hat er sich noch ein bißchen zu seinem Vorteil verändert, keinerlei Entwicklung von Bittertönen, wie man das manchmal bei älteren Rotweinen erlebt.

Ich weiß zwar nicht, wie der Beaune Epenottes frisch aus der Flasche geschmeckt hätte, aber ich denke, die lange Reifezeit hat sich in jedem Fall gelohnt!

Meine Wertung: 2

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6 comments on “Gereifter Pinot aus Beaune

  1. Cool, schön dass Du eine Runde für den Burgunder gefunden hast und ich über ihn lesen kann. Obwohl 2003 ein absolutes Hitzejahr war, wurden die roten Burgunder (im Gegensatz zu den weißen) ja recht gut eingeschätzt und Dein Bericht scheint das zu bestätigen – keine gekochten Früchte die nach Alkohol schmecken.
    Mir gefallen die roten von der Côte de Beaune teilweise sogar besser als die Pinots der Côte de Nuits (wobei ein guter Chambolle-Musigny in Sachen Eleganz kaum zu toppen ist).
    Der Ballot-Millot klingt gut, wenn ich demnächst in Beaune bin, werde ich mal sehen, ob ich davon was ins Glas bekomme 🙂 .

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    • Ja, gekocht war da gar nix, nicht mal im Ansatz. Würde mich freuen, wenn ich was über die mitgebrachten Eindrücke hören könnte!

      Mal sehen, wann ich eine Runde für den Volnay zusammen bekomme…

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  2. Hallo Erich,
    wollte Dir ja noch ein paar Eindrücke aus dem Burgund übermitteln. Zu den aktuellen Jahrgängen 12 und 13 habe ich ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass die für meinen Geschmack sehr gelungen sind.
    So hab ich auch ein wenig für den Hausgebrauch importiert. Neben dem Chorey-les-Beaune von Maillard haben dann noch ein paar Flaschen von Claude Dugat, Prieuré-Roch, Pierre Amiot, Joseph Voillot und Bouchard Père et Fils in meinem Kofferraum Platz gefunden.
    Nettester Weingut Besuch war eindeutig bei Joseph Voillot in Volnay. Der Winzer Jean-Pierre Charlot ist wirklich ein Pfundskerl (auch optisch) und seine Weine sind toll.
    Wenn Du mal in Beaune bist und gut Essen und Trinken möchtest, kann ich Dir 3 Adressen ans Herz legen. Ma Cuisine: Tolles bodenständiges Essen, irre Weinkarte (hatte dort einen bezahlbaren Coche-Dury, wenn auch nur in rot); Le Bistrot Bourguignon (gilt das gleiche wie für Ma Cuisine) und La Lune: sehr spannende Kombi aus burgundischer und japanischer (!) Küche (die Weinkarte ist auch gut, wenn auch nicht so genial wie im Ma Cuisine oder im Bistrot Bourguignon). Alle drei Läden, sind recht klein, haben wohl keine Webseite, sind nicht die typische Touriläden und zumindest im Ma Cuisine und La Lune geht ohne Reservierung nix.
    Freu mich schon auf das nächste mal…. vielleicht schon im Oktober 🙂
    In dem Sinne, wünsch ich Dir ein schönes Wochenende bei gutem Wein und gutem Essen.
    Cheers p-no

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    • Hallo p-no,
      vielen Dank für deine sehr ausführlichen Eindrücke! Auch und gerade was die Restaurants angeht! Ich werd’s beherzigen, wenn ich mal wieder hinkomme. Was aktuell wieder wahrscheinlicher ist, da in letzter Zeit die Frankophilie durch Einwirken meines näheren Umfelds wieder gestiegen ist und ich dann auch auf perfekte Sprachkenntnisse zurückgreifen kann.

      Meine französischen Mitbringsel-Weine habe ich mittlerweile von meinem Bekannten auch erhalten. Demnächst hier im Kino. Wahrscheinlich fange ich mit einem weißen C9dP an…

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      • Bin gespannt zu lesen wie Dir der weiße C9dP gefällt. Wobei diese Weine ja eher auf der „schwere, fetten Seite“ sind – also eher Weiße als Rotweinersatz 😉 .
        Neben den Weinen aus dem Burgund und von der Loire mag ich die Weine von der Rhone sehr – Nordrhone wie Südrhone und hab davon auch einiges im Keller. Von welchen Weingütern stammen Deine Neuzuwächse?

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        • Im wesentlichen von Patrice Magni und vom Château Margüi. Und dann noch einige Probierfläschchen…
          Der weiße C9dP war vor einigen Jahren zwar recht gehaltvoll, aber kein Wein, der einem mit der Faust ins Gesicht schlägt. Ich hoffe, das ist nach wie vor so…

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