Märkischer Wein – Nachtrag

In der DOCG Offida in den Marken sind zwei Rebsorten definiert, deshalb gibt es sowohl die DOCG Offida Pecorino als auch die DOCG Offida Passerina. Die Passerina-Traube ist in Mittelitalien autochton und deren traditionelle Nutzung in der Region Piceno geht angeblich bis in die Antike zurück. Ansonsten habe ich nur herausgefunden, daß diese Sorte eine eher kräftige Säurestruktur aufweist. Probiert haben wir den zum Geburtstag (nein, keine Glückwünsche nötig, ist schon was her…) geschenkten Biowein

2013er Offida Passerina DOCG, Poderi dei Colli, Marche

dessen Trauben von einer Lage in ca. 400 m Höhe von Hand geerntet werden.

Im Glas eine kräftige goldgelbe Farbe, in der Nase gleich ein dazu passender Duft nach Blütenhonig, Quitte, Papaya, Rote Eßbanane, ein recht hoher Extrakt kündigt sich an. Am Gaumen dann leichter als erwartet, jedoch keineswegs substanzlos. Erst hier macht sich eine recht eigene Säurestruktur bemerkbar. Etwas Grapefruit, etwas Blutorange, ein bißchen Limette, dazu grüner Apfel. Und etwas grünes in Richtung Fenchel. Eigentlich komplett anders als die Aromatik in der Nase. Dabei relativ trocken und nicht so extraktreich wie oben angekündigt. Diesbezüglich könnten man den Offida tatsächlich einen Blender nennen, da einen die Nase auf eine interessante Fruchtaromatik einstimmt, die dann aber leider weitgehend ausbleibt. Der Abgang ist relativ lang und etwas bitter. Es handelt sich aber mehr um die Chinin-Bitterkeit eines Campari, wenn auch nicht so intensiv.

Soweit ich weiß, ist dies mein erster Passerina ever, ich weiß also nicht, wie typisch oder untypisch der Wein nun ist. Interessant ist diese Divergenz zwischen Nase und Gaumen schon, aber letztlich fehlte mir insbesondere am Gaumen dann das gewisse Etwas, das mich bewegen würde, ihn in absehbarer Zeit nachzukaufen.

Meine Wertung: 1

Nachtrag nach 30 Stunden mit Luft: Eigentlich wollte ich ja heute 2 Rosés anläßlich der Wein-am-Limit Live-Verkostung aufmachen, aber es kam leider was dazwischen. So habe ich „nur“ den Rest von gestern noch im Glas gehabt. In der Nase immer noch die gleiche Aromatik, am Gaumen hat sich aber signifikant was getan. Auch hier jetzt die schöne Fruchtaromatik, die die Nase schon angekündigt hat und die der Wein gestern weitgehend versteckt hat. Sehr viel schöner als gestern! Die Wertung insgesamt bleibt aber…

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