Starke Frau aus Burundi

Khadja Nin (das spricht sich einfacher als ihr richtiger Name Jeanine Ntiruhwama) stammt ursprünglich aus Burundi, lebte später in Zaïre (heute Kongo), von wo sie schließlich mit ihrer Familie nach Belgien emigrierte. Die Zeit dort war geprägt vom frühen Tod ihres Mannes und dem daraus resultierenden wirtschaftlichen Überlebenskampf, der für eine schwarze Frau mit Kind in Europa ja nicht unbedingt einfach ist. Die Bekanntschaft mit dem Musiker Nicolas Fiszman führte sie dann letztlich zu dem Ziel, das sie schon länger vor Augen hatte, der Musik. Anfang der 90er Jahre erschien dann ihr erstes Album „Khadja Nin“, das dritte Album „Sambolera“ wurde dann ein verhältnismäßig großer Erfolg, ihr viertes und letztes Album

Khadja Nin – Ya…

erschien dann 1998, im Jahr 2000 dann sogar in einer US-Version. Das bekannteste Stück des Albums dürfte wohl „Sailing“ sein, eine Cover-Version des Songs von Rod Stewart, die sie 1997 erstmals im Duett mit Montserrat Caballé gesungen hatte, welches aber wie auch „Haya“ auf der US-Version nicht enthalten ist; dafür findet man da die Tracks „Kuji Fondeya“ und „Shadow Man“. Wer alles will, muß also beide Versionen kaufen, die sich auch etwas im Cover unterscheiden. Abgebildet ist hier die US-Version. Soweit ich weiß, gibt es auch leider keine LP-Versionen, nur CD’s (und Cassetten).

Nach diesem Album konzentrierte sie sich mehr und mehr auf ihre Arbeit als UNICEF-Botschafterin und stieg etwa um 2001 aus dem Musikgeschäft aus. Schade eigentlich. Ich weiß noch, daß sie zwischenzeitlich den belgischen ehemaligen Formel 1-Rennfahrer Jacky Ickx geheiratet hat.

Die Musik von Khadja Nin ist eine Mischung aus afrikanischen Rhythmen und westlicher Melodik, gesungen vorwiegend in Französisch und Kiswahili. Also nicht wirklich typisch afrikanisch, aber auch nicht unbedingt sich einem Massengeschmack anbiedernd. Ich nehme der Musik ab, daß sie authentisch ist und sehr viel Lebensgefühl transportiert. Bei ihrer Vergangenheit ist da häufig auch eine gehörige Spur Tragik mit im Spiel, die aber nie ohne Hoffnung transportiert wird und nicht in billigen Kitsch abgleitet. Viele Stücke wirken dadurch extrem eindringlich, wie z.B. „Damu Ya Salaam“ (Musik komponiert von Sting). Da kann man auch als Mann in einem schwachem Moment schon mal feuchte Augen bekommen…

Meine Wertung: 3

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