Weißes von der Königin – Nachtrag

Der Begriff „Queen of Teroldego“ für Elisabetta Foradori ist ja ein viel strapazierter Begriff und eigentlich bediene ich mich ja eher selten solcher Überhöhungen. Aber in diesem Fall muß ich sagen, daß der Titel absolut gerechtfertigt ist.

Es war jetzt mal wieder Zeit für einen Wein aus Mezzolombardo:

2012er Nosiola – Fontanasanta – Vigneti delle Dolomiti IGT, Foradori, Trentino

Auch der autochtone Nosiola hat ähnlich wie der bekanntere Teroldego „Sgarzon“ die Stationen -Biodynamischer Weinbau, Geringe Erträge. Kaltmazeration mit Schalenkontakt, Vergärung mit den Schalen in kleinen Fässern, Ausbau in Amphoren- im Lebenslauf stehen.

Dunkles Strohgelb im Glas, in der Nase leicht reduktiv, Feuerstein, Rauch, feuchter Blumentopf und grüne Noten wie Fenchel, aber alles sehr dezent. Daneben Mirabelle, Johannisbeere, Karambole, Maracuja, später auch Quitte. Etwas Rosmarin noch. Am Gaumen sehr cremige Frucht mit vielen Zitrusnoten wie Grapefruit und Mineloa, weiters grüne Mango und Maracuja. Sehr gerbstoffig. Einige grünwürzige Noten nach Rosmarin und Thymian sowie reichlich Schotter kommen mit einer herb-bitteren Säure daher und prägen den recht langen Abgang.

Ich weiß nicht, ob es im Trentino überhaupt was Vergleichbares gibt, die Machart aller von mir bisher probierten Foradori-Weine ist jedenfalls sehr eigenständig. Von der stilistischen Richtung her könnte ich zwar jetzt ein paar Namen nennen, aber das erspare ich mir jetzt mal. Die gehobene Biodyn-Gilde ist eh bekannt.

Ein ohne Übertreibung aristokratischer Wein, ganz großes Kino! Auch wenn ich mir gar nicht sicher bin, ob Königs und Co. das Zeug überhaupt zu würdigen wüßten…

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

1. Nachtrag mit 48 Stunden Luft: Die reduktive Note hat sich weitgehend zurückgezogen. Die Fruchtaromen sind deutlich gelber geworden: Aprikose, gelbe Äpfel, reife Mirabellen dominieren jetzt. Am Gaumen ebenfalls die etwas reifere Aromatik, etwas Anis schwingt mit.

Insgesamt deutlich opulenter als gestern, auch gefälliger. Schwer zu sagen, was mir nun besser gefallen hat, außergewöhnlicher war er jedenfalls gestern.

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