Kleiner Bruder vom Sirmian

Dieses Jahr habe ich das erste Mal den Lagenwein („Selection“)

2014er Penon – Pinot Bianco, Nals-Margreid, Südtirol

bewußt wahrgenommen, im Sortiment des Vorjahres war er jedenfalls nicht enthalten. Wenn man aber ein bißchen recherchiert, dann findet man von der Kellerei z.B. einen 2010er Penon, der allerdings ein ganz anderes Etikett hat. Und häufig wird unter diesem Namen auch der einfachere Pinot Bianco aus der „Classic“-Linie angeboten, obwohl das Etikett den Lagenverweis nicht enthält. Beide Weine kommen aber tatsächlich aus den gleichen Lagen, die sich im südlichen Etschtal bei Kurtatsch befinden. Also aus einer ganz anderen Ecke als der große Bruder „Sirmian„, ebenfalls ein Pinot Bianco, der aufgrund seiner vielen Auszeichnungen ja schon fast legendär für Südtirol ist.

Im Glas ein angenehmes Strohgelb mit grünlich-goldenen Reflexen. Die Nase ist anfangs sehr verhalten, der Penon braucht ca. eine halbe Stunde, bevor er sich öffnet. Dann finden sich aber Quitten, Birnen, Äpfel, auch etwas reiferer Pfirsich, leichte grünkräuterige Anteile. Auch ganz dezent Nelken, kleiner Hinweis darauf, daß der Wein auch zu einem gewissen Teil im Holz ausgebaut wurde. Ich weiß allerdings nicht, wieviel und welche Art von Fässern verwendet wurde. Am Gaumen sehr frisch durch eine sehr prägnante Säure, die jedoch im Zusammenspiel mit den 13,5 Ampere zu einer schönen Eleganz findet. Auch hier ganz dezente würzig-kräuterige Noten. Dabei wird die oben beschriebene Fruchtaromatik noch durch Ananas und Limette ergänzt. Der Abgang betont die säuerlichen Noten und bringt ein leichtes Limetten-Bitterchen mit.

Einerseits ein schöner Weißburgunder aus dem Haus Nals-Margreid, aber der Schatten des oben erwähnten großen Bruders ist halt doch arg groß. Und solange der preisliche Abstand zwischen den zwei Lagenweinen nur ein paar Euro beträgt, greife ich dann doch lieber zu den Sternen. Dennoch ein sehr schön gemachter Wein.

Meine Wertung: 1

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2 comments on “Kleiner Bruder vom Sirmian

  1. Hallo Erich,

    bis 2013 war der jetzige „Penon“ als „Penoner“ im Classicsortiment der Nals/Margreider einsortiert und damit als Lagenwein im Classicsortimen in einer Sonderstellung.
    Mit Jahrgang 2014 firmiert der „gleiche“ Wein, sprich aus gleicher Lage, im Zuge einer Sortimentsumstellung, bzw. Straffung, als „Penon“ in der mittleren Lagen-, bzw. Selektionslinie der Kellerei. Zudem wird ein Teil des Weins nun im grossen Holz ausgebaut – aus der Erinnerung nach Gespräch mit dem dortigen Verkäufer, 20% Holz, 80 % Stahl.
    Mir hat im Jahrgang 2014 im Vergleich der „Grosse Bruder“ „Sirmian“ sogar weniger zugesagt als der „Penon“. Bei einem diesjährigen Preisunterschied von fast 50%, 10 € zu fast 15 €, für mich eigentlich schon der bessere Wert. Ich denke jedoch, dass der Preisunterschied sich künftig relativieren wird …

    Falls du noch Probeflaschen vom „Penon“ im Vorrat hast, würde ich diese jetzt mal probieren, so langsam kommt der Wein in eine recht schöne Trinkverfassung.

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    • Hallo Ralf,
      vielen Dank für die Erläuterungen zum Penon. Interessant auch deine Einschätzung zum 2014er Sirmian, den ich bis dato nicht kenne. Aber ich kann mir gut vorstellen, daß aufgrund der wetterbedingten Schwierigkeiten in 2014 gerade die Weine aus den hohen Lagen nicht einfach zu keltern waren. Vielleicht braucht er auch einfach ein paar Jahre, war mit so manchen „schwierigen“ 2010ern in D und A ja auch so.
      Ein bißchen was vom Penon ist noch da…

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