Exotischer Bade – Nachtrag

Vom Weingut Danner wurde hier ja schon mal ein recht schöner Riesling besprochen. Aus dem gleichen Gut habe ich aber noch mehr Fläschchen und jetzt war der

2012er Exot – 2 – Spätburgunder, Danner, Baden

dran, der -wenn man den Aussagen des Winzers folgt- kein sortimentsfüllendes Abfallprodukt aus der Rotweingewinnung ist, sondern im ersten Jahr eher ein Unfall: eigentlich war ein Blanc der Noir geplant, aber durch irgendwelche speziellen Umstände war ein Teil der Gerb- und Farbstoffe schon vor der Pressung in den Saft im Traubeninneren gelangt. Das Ganze wurde dann spontan vergoren und im großen Holzfaß ausgebaut, worauf die „2“ in der Bezeichnung hinweist.

Im Glas zeigt sich dann auch ein sehr schöner Roséton mit kupferfarbigem Einschlag. In der Nase anfangs etwas flach nach Papaya riechend, entwickelt sich das Bukett innerhalb von ca. einer halben Stunde recht intensiv in Richtung Pfirsich, Honigmelone und Granatapfel. Sonstige rote Aromen habe ich so gut wie gar nicht ausmachen können, obwohl die Beschreibung, die der Händler bereit hielt, sagt:

Der Wein zeigt eine sehr schöne Nase mit Aromen von Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Granatapfel, Zitronenmelisse, Thymian, Mandeln und Pfingstrosen.

Das kann natürlich auch dem Umstand geschuldet sein, daß sich der Wein seit der Erstellung dieser Beschreibung weiter entwickelt hat, für mich ist es aber von Vorteil, wenn man insbesondere Him- und Erdbeere gar nicht findet, schließlich sind diese Früchte ja sonst schon bei gefühlten 96,2 % aller Rosés vorhanden und dann meistens auch eher auf der künstlichen Seite. Aus dem Holz kommt noch ein Touch Nelke. Am Gaumen dann auch eher eine gelbfruchtige Aromatik, die für die 12 PS recht intensiv daher kommt. Hier findet man auch ein paar nussige Aromen, weitere braune Würz- und Röstaromen in wohltuend zurückhaltender Konzentration, ein paar nasse Kiesel. Nicht ganz trocken, aber der leichte Restzucker harmoniert recht schön mit der gaumenfreundlichen Säure. Der Nachhall ist relativ lang und betont den Extrakt recht schön.

Diesen Rosé hätte ich wahrscheinlich mit einem schwarzen Blindtasting-Glas nicht als solchen erkannt. Der Exot geht für mich eher in die gehobene Grauburgunderrichtung, vermutlich wäre ich einfach ratlos gewesen. So gesehen trägt der Wein seine Bezeichnung absolut zu Recht! Auch angesichts des Preises ein ganz tolles Weinchen!

Meine Wertung: 3

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Jetzt kommen auch langsam weitere rote Fruchtaromen durch: in der Nase jetzt auch etwas Kirsche, am Gaumen ebenfalls Kirsche und weiters dezent Apfelbeere. Die braunen Würzaromen sind etwas intensiver geworden ohne störend zu wirken. Und ein paar Gerbstoffe machen sich bemerkbar, aber nicht auf der bitteren Seite. Intensiver als gestern, dabei nicht mehr ganz so frisch, dennoch eine sehr schöne und interessante Entwicklung.

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