Wie ein Roter…

…wurde anscheinend dieser Wein gekeltert, der im Hause Weninger eine Sonderstellung einnimmt. Das Weingut ist ja hauptsächlich für seine famosen Blaufränkischen bekannt, die sowohl auf der österreichischen als auch auf der ungarischen Seite der Grenze, jeweils nur wenige Kilometer voneinander entfernt, angebaut werden. Es gibt aber auch einen kleinen Weingarten am Eisenberg, der wohl Franz Weningers Verwandtschaft gehört, aber von Weninger bewirtschaftet wird. Dort wachsen Blaufränkisch und Welschriesling und aus letzterer Sorte wird der

2012er Welschriesling – Saybritz – trocken – Landwein Weinland, Weninger, Eisenberg

gewonnen. Über die genaue Herstellung weiß ich nicht viel, aber etwas erfährt man von Franz Weniger persönlich in diesem sehr schönen Interview. Dadurch bin ich übrigens auf diesen Wein aufmerksam geworden, den ich aber jetzt erst bei einem Weinhändler in unserer Umgebung gefunden habe. Beim Weninger vor Ort hatte ich letztes Jahr kein Glück und bin ausschließlich mit Roten im Kofferraum wieder vom Hof in Horitschon gefahren.

Recht intensives, ins bernsteinige gehendes Gelb im Glas. Auch in der Nase gleich sehr intensiv auf reduktive Art nach Orangenschalen, Limettenzesten, kandierten Zitronen und anderen Zitrusfreuden duftend. Dabei steht aber die mineralische Seite u.a. nach Blumentopf und feuchtem Keller -von der genußvollen Seite- sowie vielen Steinen klar im Vordergrund. Am Gaumen nicht weniger opulent, was die Mineralik angeht, die Zitrusaromen sind hier weniger präsent, macht aber nix. Dafür findet man viele herbe Steinaromen, die Schalen der Trauben wurden wohl restlos all ihrer Aromastoffe beraubt. Leichte Rauchigkeit und auch Braunwürze sowie Lakritze, bei der ich mir aber nicht sicher bin, ob diese nun von der Traube oder dem möglichen (großen?) Holz herrühren. Die Säure vermittelt schön zwischen der exzessiven und facettenreichen Sekundäraromatik und moderaten 12 PS, von denen man denkt, daß es mindestens 1 Punkt mehr sein müßte. Der Abgang ist ebenfalls sehr mineralisch und hält einige Minuten an, wenn man’s drauf anlegt.

Nichts für Fruchtliebhaber, aber ich liebe solche ins burgundische gehenden Stein- und Kellerweine. Und absolut kein typischer Welschriesling (zum Glück), deshalb ist es ja auch „nur“ ein Landwein…

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

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