Noch so eine unbekannte Ecke…

…dürfte für die meisten Weinfreunde das Traisental sein. Es ist von der Anbaufläche her gesehen eines der kleinsten Weinbaugebiete Österreichs, wenn auch nicht DAS kleinste. Von der geografischen Ausdehnung her ist es allerdings deutlich größer als die benachbarten Gebiete Wachau, Kremstal und Kamptal zusammen, die jedoch deutlich bekannter sein dürften. Das Traisental ist eine eigene DAC, also sollen von dort ganz gebietstypische Weine kommen. Das habe ich nun erstmalig mit dem

2014er Grüner Veltliner – Obere Steigen – Traisental DAC, Markus Huber, Traisental

ausprobiert. Das Weingut Markus Huber ist wohl eine der ersten Adressen in dieser Region, er war auch schon mal Winzer des Jahres in einer der vielen Wein-Gazetten. Und er baut auf einigen Filetlagen des Gebiets an. Nun aber zum Wein:

Helles, aber kräftiges Goldgelb im Glas, in der Nase recht exotisch und intensiv nach Mango und Papaya, später auch nach Pfirsich duftend. Einige mineralische Noten, auch etwas Pfeffer. Am Gaumen ebenfalls intensiv fruchtig, hier dominiert reife Papaya, weiters Marille, auch etwas Birne. Sehr deutlich hier die nasse Terrasse und einige würzige Komponenten, die neben dem weißen Pfeffer auch Rosmarin enthalten. Die Säure ist noch etwas ungestüm, hat aber dennoch keinen negativen Einfluß auf die Mimik. Gerade mal 12,5 Umdrehungen hat dieser relativ gehaltvolle GV. Der Abgang ist fruchtig-mineralisch und erfreut über mehrere Minuten.

Ein absolut gelungener Einstieg in die Welt der Weine des Traisentals! Auch wenn der GV noch einige jugendliche Ecken und Kanten zeigt, macht er auch jetzt schon sehr viel Spaß. In ein paar Jahren werde ich mal schauen, was daraus geworden ist.

Allerdings hat sich mir jetzt nicht erschlossen, was an dem GV nun so explizit Traisental-typisch ist. Stilistisch ist der Wein nicht weit von den mir bekannten DAC-Weinen des Kamptals oder Kremstals entfernt. Wachau ist ja eh‘ ein anderes Thema. Ich werte die Eigenständigkeit des Weins jetzt eher mal als Ergebnis des besonderen Geschicks des Winzers. Ob’s da also in der Ecke diese Häufung an Mini-DAC’s braucht, stelle ich zumindest mal in Frage.

Meine Wertung: 2

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