Traminer Steine – Nachtrag

Gestern habe ich uns mal wieder was aus Südtirol gegönnt, und zwar einen

2013er Stoan – Cuvée – Südtirol DOC, Cantina Tramin, Südtirol

Der „Stoan“ hat seinen Namen von den Böden, die -laut Website-

Schottrig bis steinig, Kalkgeröll und Lehmerde, mineralreich

sind. Der Jahrgang 2013 ist eine Cuvée aus 60 % Chardonnay, 25 % Sauvignon Blanc, 10 % Weißburgunder und 5 % Gewürztraminer, wobei die Zusammensetzung von Jahr zu Jahr etwas schwankt. Die Weine wurden jeder für sich in großen Holzfässern vergoren und auch ausgebaut und erst anschließend zusammengeführt. Danach erfolgte noch eine weitere Flaschenlagerung.

Im Glas zeigt der Stoan ein helleres Goldgelb. In der Nase trotz des eher geringen Sauvignon-Anteils eine recht deutliche Stachelbeer- und Tamarindennote, leicht kräuterig, z.B. Estragon. Aber auch gelbe Früchte wie Pfirsich und Khaki schieben sich langsam nach vorne. Auch sind deutliche florale Noten vorhanden. Am Gaumen ist der SB dann deutlich weniger präsent, hier dominiert der Chardonnay mit Bananen und reifer Ananas, aber auch Quitte und leichte Grapefruitnoten sowie ein bißchen Zitronengras sind vorhanden. Das Holz bzw. der Gewürztraminer machen sich eher dezent mit Vanille und Muskat bemerkbar. Der Weißburgunderanteil trägt allerdings aus meiner Sicht wenig bis gar nichts Charakteristisches zur Gesamtaromatik bei. Insgesamt ist der Stoan sehr cremig im Mund, was die durchaus vorhandene Mineralik fast ein bißchen behindert. Die Säure ist nicht besonders ausgeprägt, doch durch die Cremigkeit flutscht der Wein dennoch ganz gut. Beim Nachhall kommen die Steine dann aber voll zur Geltung, das Ganze reicht für einige Minuten.

Es ist schon markant, wie sich hier die geruchliche und die geschmackliche Wahrnehmung unterscheiden. Trotzdem der „Stoan“ ganz gut fließen kann, ist er aber dennoch eher ein Solist für den Abend, da man auch schon nach einem Glas (bei 13,5 Ampere) deutlich merkt, was man da in sich hineinschüttet. Alkohol ist anscheinend doch nicht alles, was die Wirkung angeht. Insofern gehört der Wein eher in die Kaminfeuer-Ecke für mich und ist weniger ein Gesellschaftswein. Deshalb -trotz aller unbestrittenen Qualitäten, die er so hat-

Meine Wertung: 1

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Der Sauvignon macht sich geruchlich kaum noch bemerkbar, das Bukett hat sich der geschmacklichen Aromatik stark angenähert. Am Gaumen etwas eleganter, dadurch aber auch eigentlich etwas flacher. Der Wein ist nicht wirklich schlechter geworden, aber die paar Ecken und Kanten, die ihn doch einigermaßen interessant gemacht haben, fehlen jetzt. Schade eigentlich…

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