Morillon vom Eckberg

Heute habe ich im Keller mal wieder in der steiermärkischen Ecke herumgesucht und bin mit folgendem Wein wieder hoch gekommen:

2013er Morillon – Eckberg – Steirische Klassik, Lackner-Tinnacher, Südsteiermark

Aus der Jahrgangsbeschreibung 2013 von Lackner-Tinnacher habe ich folgendes übernommen (nur leicht hinsichtlich des Satzbaus angepaßt):

Der Morillon Eckberg wächst auf einer steilen Südostlage. Der Untergrund aus Kalkmergel bildet den nährstoffreichen Boden, in dem Burgundersorten vorzüglich gedeihen. Die steilen Weingärten liegen auf 450 m Seehöhe, die östliche Ausrichtung sorgt für schnelle Morgenerwärmung, rasche Abtrocknung der Trauben und damit deren Vitalität. Nach einem späten Austrieb und guter Blüte entwickelten sich die Trauben auf der Lage Eckberg bis in den Sommer hervorragend. Wir reduzierten den Ertrag auf ca. 1 kg pro Rebstock und formierten die Reben händisch in drei Arbeitsdurchgängen bis sie sich durch ein optimales Verhältnis zwischen Trauben und Blättern auszeichneten. Den heißen Juli übertauchten die Reben sehr gut, da der Kalkmergelboden nach dem niederschlagsreichen Winter optimal mit Wasser versorgt war. Die reifen, aromatischen Trauben wurden dann in der ersten Oktoberwoche per Hand geerntet. Nach schonender Pressung der ganzen Trauben erfolgte die Gärung teils im Stahltank, teils im großen Holzfass. Anschließend blieben die Weine zum Ausbau und Entwicklung bis März des nächsten Jahres auf der Feinhefe.

Ein helleres, klares Goldgelb zeigt sich im Glas. Man riecht Quitte und etwas Birne, leichte Zitrusnoten, ganz feine Braunwürze respektive etwas Waldhonig. Und ein paar nasse Steine kündigen sich auch hier schon an. Geschmacklich sind die o.g. Früchte hier noch etwas reifer, dazu kommen ein paar Orangenzesten. Weiters griechischer Joghurt mit Mandeln und Nüssen (allerdings mit nur ganz wenig Joghurt) aus einer steinernen, rauhen Schüssel. Relativ deutliche Säure für einen Chardonnay -pardon- Morillon, die aber gut zum reichen Extrakt paßt. Der lange Abgang ist fast ein bißchen ölig, betont Quitte, Honig und -hier am deutlichsten- Mandeln sehr schön.

Dieser knochentrockene Morillon fließt trotz seines Gehalts und seiner doch 13 PS recht ungehemmt die Kehle hinunter. Alles ist schön in der Waage: Frucht, Mineralik, Holzeinsatz, Säure, Gehalt und Frische nehmen sich gegenseitig nichts weg, sondern ergänzen sich sehr schön. Wunderschöner Rebsortenvertreter aus meiner Sicht, aber nichts für Chardonnay-Holzfetischisten.

Meine Wertung: 3

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