Staatswein – Nachtrag

Wir waren ein paar Tage am Bodensee, dem von uns aus am nächsten gelegenen Weinbaugebiet. Da waren wir natürlich auch wieder schön essen und da gehörte -noch mal natürlich- auch ein Wein dazu. Vom Staatsweingut Meersburg hatte ich bis jetzt noch nie was im Glas, deshalb nun mal dieser Versuch, um zumindest mitreden zu können:

2014er Riesling – Hohentwieler Olgaberg – trocken, Staatsweingut Meersburg, Bodensee

Die Weine aus den deutschen Staatsweingütern, die ich in den letzten Jahren immer mal wieder im Glas hatte, waren allesamt nicht schlecht, aber leider auch nichts Aufregendes. Deshalb habe ich bei dem Meersburger Gut bis dato auch nie was probiert. Es war einfach kein großes Interesse meinerseits da. In diesem Fall war der probierte Riesling aber der einzige Bodensee-Flaschenwein dieser Rebsorte auf der Karte und haben wir uns deshalb für dieses Fläschchen entschieden.

Im Glas goldgelb mit leichten grünlichen Reflexen, in der Nase Äpfel und etwas Ananas. Am Gaumen ebenfalls die genannten Früchte, aber mehr auf der reiferen Seite. Ist zwar technisch trocken, wirkt aber leicht restsüß, wobei Süße und Säure besser miteinander auskommen könnten. Ein paar herbe Steine findet man noch. Auch der Abgang hat einen restsüßen Touch, dafür aber eine ordentliche Länge.

Kein schlechter Wein, aber eben auch keiner mit einem gewissen Etwas. Auch finde ich die Fruchtsüße eine Spur zu aufdringlich. Übrigens gibt es den 2015er Riesling aus der Lage nur in einer feinherben Variante, der Riesling scheint also generell an der „Trocken-Grenze“ angesiedelt zu sein. Fazit: mir gefallen die Erzeugnisse der privaten Winzer aus der Ecke doch deutlich besser.

Meine Wertung: 1

Nachtrag nach 72 Stunden mit Luft: Wir haben die Flasche nicht ganz ausgetrunken und den Rest mit nach Hause genommen. In der Nase ist der Riesling nun etwas weniger gelb, die Ananas kommt auch hier durch. Am Gaumen fällt vor allem auf, daß der von mir bekrittelte leicht restsüße Charakter sich nun nicht mehr negativ bemerkbar macht, das heißt, das Süße-Säure-Spiel hat sich deutlich zum Positiven hin entwickelt. Macht so deutlich mehr Spaß. Ein Nachkaufreflex zeigt sich dennoch nicht, der Wein zeigt sich zwar von einer recht schönen, aber auch beliebigen Seite.

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