Virgin Beauty

Ornette Coleman -DER Protagonist des Free Jazz- hat auch viele Alben aufgenommen, die trotz nicht alltäglicher Tonfolgen keineswegs disharmonisch klingen. Die von ihm entwickelte „Harmolodic“ folgt zwar nicht dem uns bekannten und in der westlichen Welt zu bestimmt 99 % angewandten Tonschema, aber es kratzt auch bei ungeübten Hörern nicht im Ohr. Teils ist die Musik sogar problemlos tanzbar, wie zum Beispiel

Ornette Coleman & Prime Time – Virgin Beauty

aus dem Jahr 1988. Die Stücke haben fast alle eine Rhythmik, die es auch erlaubt, sich ungezwungen und ausladend dazu zu bewegen, wenn man möchte. Dazu hat die Musik durch entsprechende Tonfolgen oder auch kurzen Adaptionen bekannter Standards einen fast komödiantischen Anstrich, ohne dabei in die Belanglosigkeit abzudriften.

Auch Musik mit Anspruch muß also nicht immer bierernst sein. Man kann sich hier auf die vielen Facetten der Musik konzentrieren, muß man aber nicht. Mit weit aufgedrehtem Regler einfach in die Ohren spülen funktioniert ebenfalls prächtig und macht Laune.

Die Besetzung folgt dem Double-Quartet-Prinzip, welches Ornette Coleman schon Ende der 50er Jahre für sich entdeckt hat: 2 E-Bässe (Al McDowell, Chris Walker), 2 Schlagwerke (Calvin Weston,  Denardo Coleman – auch Keyboards, Percussion), 3 E-Gitarren (Bern Nix, Charles Ellerbee, Jerry Garcia) und der Meister selbst mit Saxophon, Violine, Trompete.

Großes freies Musik-Kino, kaum mit was anderem vergleichbar.

Meine Wertung: 4

 

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