heiliger Riesling

Der 3. bemerkenswerte Wein der gestrigen Feierei war der

2011er Riesling – Zöbinger Heiligenstein – 1. ÖTW – Kamptal DAC Reserve, Jurtschitsch, Kamptal

Auf der Website des Weinguts heißt es zum Wein und der Lage übrigens:

Der Heiligenstein ist mit seiner ganz seltenen geologischen Formation eine der besten Riesling-Lagen im Anbaugebiet: es handelt sich um kargen, rötlichen und verwitterten Wüstensandstein mit Konglomeraten aus Vulkanbestandteilen aus der Perm-Zeit (270 Millionen Jahre alt).
Die Weingärten liegen in einem geschlossenen Naturschutzgebiet. Zwischen den Rebflächen finden sich geschützte Trockenrasen-Flächen mit einer darauf gedeihenden Flora und Fauna wie sie ansonsten nur in weit südlicheren, mediterranen Gegenden anzutreffen sind.

Die vollreifen Trauben wurden Mitte Oktober in mehreren Durchgängen von Hand selektiv geerntet und in stapelbaren Kisten schonend zum Presshaus gebracht. Hier werden die unverletzten Trauben schonend gerebelt und die Maische für 10-12 Stunden kalt mazeriert, um die vollen Duft- und Aromastoffe zu extrahieren. Anschließend wird der Most in großen Holzfässern mit den traubeneigenen Hefen vergoren. Der Wein lagert auf seiner Feinhefe im natürlich klimatisierten 700 Jahre alten Naturkeller bei konstanten 11 °C. Im August wird der Riesling vom Heiligenstein auf die Flasche gezogen.

Der Riesling präsentiert sich mit einem helleren Goldgelb, in der Nase mal wieder Streichholzschachtelreibefläche, dahinter gelber Apfel und sehr reife Quitte. Am Gaumen auch sehr bräunlich-steinig mineralisch, dazu auf der Fruchtseite frittierte Kochbanane, Backapfel mit etwas Zimt sowie ein paar noch nicht ganz trockene Rosinen. Dazu noch Kastanienhonig, weiters etwas Thymian und Muskat. Die Säure steht gar nicht so sehr im Vordergrund, reguliert aber den Extrakt dennoch sehr schön und nimmt den Wein jeglichen Anflug von Pappigkeit, was bei solch extraktreichen Stöffchen ja schon gerne mal passiert. Der Abgang ist ewig lang und betont Mineralik und Früchte gleichermaßen.

Erstaunlicherweise kam der Wein auch bei den Gästen, die eher auf der fruchtigen Seite daheim sind, gut an. Dabei sind die Sekundäraromen schon recht deutlich präsent. Es spricht absolut für den Wein, daß er es schafft, trotz eines hohen Maßes an Eigenständigkeit, trotz einiger recht scharfer Ecken und Kanten auch die weniger nerd-mäßig eingestellten Weintrinker zu begeistern. Das schaffte der „Sirmian“ vorher übrigens nicht…

Meine Wertung: 3

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