Überraschungskiste – Teil 9

Heute mal wieder was aus der Überraschungskiste, bei dem ich mir „fifty-fifty“ gedacht habe:

1982er Riesling – Deidesheimer Langenmorgen – Kabinett, Dr. Kern, Pfalz

wobei die Flasche als Weinregion noch „Rheinpfalz“ ausweist; „Pfalz“ heißt die Weinbauregion offiziell erst seit dem 27. August 1993, habe ich herausgefunden. Das Weingut Dr. Kern scheint als solches nicht mehr existent zu sein. Eine entsprechende Web-Adresse führt zu einem Weinvertrieb Kern und das Restaurant Schloss Deidesheim ist auch mit dem Namen Kern verknüpft. Aber Weine unter diesem Namen findet man nicht mehr.

Der Korken sah schon ziemlich bemitleidenswert aus. Wenn man Korkschmecker sehen könnte, würden sie wohl so aussehen. Todesmutig habe ich dann aber doch probiert:

Die Farbe ist schon klar beim Bernstein angekommen, sieht sehr einladend aus. In der Nase die erwarteten Petrolnoten, dann kandierte Orangen, Sultaninen, etwas feuchter Keller. Am Gaumen sogar noch relativ frisch, die Säure leistet dem reifen Inhalt Widerstand. Die Fruchtaromatik ist allerdings deutlich dünner als in der Nase und es schwingt ein Bitterchen mit, das sich kurz vor der Grenze des Angenehmen bewegt. Der Abgang ist nur von mittlerer Länge und bietet dabei vor allem die kandierte Orange mit dem beschriebenen Bitterchen.

War also noch trinkbar! Immerhin! Die lange Zeit in der Flasche hat aus dem Wein allerdings keinen ultrakomplexen Stoff gemacht, eine gewisse Eindimensionalität ist ihm geblieben. Hat dennoch Spaß gemacht, dieses ergraute Schätzchen zu probieren.

Meine Wertung: 1

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