GV ohne Schnörkel – Relaunch

Heute schon wieder See und Steckerlfisch, dazu nach längerer Pause erneut eine Flasche

2013er Grüner Veltliner – Kremstal DAC, Artur Toifl, Kremstal

Das ist jetzt die erste Wiederholungstat mit den Flaschen des Weinguts Thiery-Weber bzw. in diesem Fall von den Weinen des Kellermeisters des Guts: Artur Toifl

Mittleres, aber dichtes Goldgelb im Glas. In der Nase gleich sehr intensiv nach Zitrusfrüchten -fast auf der kandierten Seite- duftend: Blutorange, Grapefruit, Mineloa. Weiters auch Papaya und Lehm. Ja, dieser Baaz, den man zum Töpfern braucht. Am Gaumen setzt sich dieser Eindruck fast 1:1 fort, die Mineralik ist allerdings ganz leicht lakritzig. Säuremäßig kann man auch nicht meckern, die ist recht kernig, aber dennoch nicht aufdringlich. Der Abgang ist leicht herb und zitruslastig, dazu kommt noch eine schöne kräuterige Komponente.

In dem guten Jahr seit der letzten Verkostung haben sich die gelben, wenn auch nicht ganz reifen Früchte erstaunlicherweise fast komplett zurückgezogen und überlassen nun den konzentrierteren Zitrusgewächsen das Feld. Das hätte ich so jetzt nicht erwartet, ist aber eine schöne Entwicklung. Hat nun fast etwas von einem griechischen Malagousia, der ja auch von der recht dichten Zitrusaromatik lebt. Und wieder haben wir es mit einem viel zu billigen Wein zu tun. 8,50 Euronen für so einen charaktervollen und Laune machenden Wein, alle Achtung!

Meine Wertung: 3

Nachfolgend noch der Text der ersten Verkostung vom 12.04.2015

Der zweite Wein, den es anläßlich des heutigen Angrillens gab, war der

2013er Grüner Veltliner – Kremstal DAC, Artur Toifl, Kremstal

Artur Toifl ist der Kellermeister des Weinguts Thiery-Weber, er kultiviert in kleinerem Maßstab aber auch ein paar Weine in der Rohrendorfer Lage Lindobel unter seinem eigenen Namen. Er selbst sagt darüber:

Seit dem Jahrgang 2010 bewirtschafte ich diesen Weingarten biologisch-organisch, wenn auch noch nicht zertifiziert. Ich will sehen wie diese Bewirtschaftungsweise funktioniert und wie sie die Weine beeinflusst. Weine abseits des Mainstream zu machen, die ihre Herkunft zeigen und so handwerklich wie möglich gefertigt sind, ist mein Ziel.

Es gibt von ihm -soweit ich weiß- zwei GV’s, einen „Normalen“ und eine Reserve, die übrigens von Thiery-Weber mit vertrieben werden. Den „Normalen“ mit 12,5 Umdrehungen hatten wir heute im Glas.

In der Nase durchaus als GV erkennbar, wenn auch das obligatorische Pfefferl eher zurückhaltend ist. Weiter schöne Kernfruchtaromen u.a. grüner Apfel, auch nicht ganz reife Mirabelle, etwas Ananas vielleicht. Am Gaumen ergänzt durch Zitrusfrüchte wie gelbe Pampelmuse und Blutorange. Intensive mineralische Noten, GV-typisch trocken, die Säure dabei wunderbar harmonisch eingebunden, so daß die Flasche schneller leer ist, als es einem lieb sein kann. Die bitteren Noten schwinden im Laufe einer halben Stunde etwas, auch die Säure harmonisiert sich in diesem Zeitraum noch weiter. Trotz des moderaten Alkoholgehalts keineswegs ein aromatisches Leichtgewicht, auch die Aromenvielfalt führt nicht zu einem „fetten“ Wein, eher zu frischer Eleganz in Reinkultur.

Ganz großes GV-Kino, für mich klar in einer Reihe mit den Spitzen-GV’s aus dem Donauraum, wobei ich anmerken möchte, daß ich kein unbedingter Freund der schweren Botrytis-Geschütze bin, daher gefällt mir dieser klare, präzise und doch komplexe Wein umso besser.

Meine Wertung: 3

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