Political Blues

Das World Saxophone Quartet wurde 1977 von den Saxophonisten Hamiet Bluiett, Julius Hemphill, Oliver Lake und David Murray gegründet. Bezeichnenderweise wurde das Debut-Album „Point of no Return“ in Deutschland aufgenommen und herausgebracht. Insbesondere am Anfang drehte sich alles ausschließlich um das Thema „Saxophon“, wobei immer verschiedene Ausführungen von Bass- bis Sopranino-Saxophon im Einsatz waren. Im Laufe der Zeit kamen dann mehr und mehr Instrumente dazu, die Genre-Ausrichtung der Alben wurde auch durch die (Gast-) Musiker mit nicht-Reed-Instrumenten entscheidend mitgeprägt. Grundsätzlich haben die Alben des WSQ meist einen deutlichen Hang zum etwas freieren Funk, wobei schwarze Einflüssen aus allen Kontinenten immer gerne willkommen waren. Auf dem 2006 erschienenen Album

World Saxophone Quartet – Political Blues

ist einer der wesentlichen Mitgestalter nach fast 30 Jahren WSQ-Geschichte Free-Funk und Electric-Blues-Legende James „Blood“ Ulmer, auch wenn er nur auf einem Stück mitspielt: „Mannish Boy“, komponiert von Muddy Waters, ist ein absolutes JBU Stück, schwerer Electric Blues in bester Blood-Manier. Für mich absolut das prägende Stück der ganzen CD, deshalb hebe ich es hier auch so heraus. Weiters gibt auch Jamaaladeen Tacuma mit seinem unvergleichlichen E-Bass einen deutlichen Ton an. Im Gegensatz zu JBU auf allen Stücken, dafür nicht ganz so dominant. Bei den anderen Stücken merkt man sehr schön, daß die Stamm-Saxophonisten Hamiet Bluiett, Oliver Lake und David Murray (Julius Hemphill ist aus dem Quartet ausgeschieden und wird teilweise durch Bruce Williams bzw. Jaleel Shaw ersetzt) seit zig Jahren miteinander spielen, aber dennoch nicht „eingespielt“ sind. Alles wirkt frisch und unaufgesetzt, jedes Stück hat einen signifikant anderen Anstrich. Bis hin zum Gospel „Amazing DisGrace“, in jeder Hinsicht schwergewichtig von Carolyn Amba Hawthorne getragen. Der Albumtitel wird übrigens vor allem durch „Bluocracy – Part 1 to 3“ gerechtfertigt. Funky Blues mit einem politisch animierten, fast demagogisch wirkenden Sprechgesang am Anfang, auf einer gepflegten Didgeridoo-Unterlage gebettet. Auch nichts alltägliches.

Macht Laune!

Meine Wertung: 3

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