Roter Riesling

Der zweite Wein des gestrigen Abends war mal wieder ein Testfläschchen aus einem etwas bekannteren deutschen Haus:

2014er Riesling – vom Rotliegenden – trocken, Wittmann, Rheinhessen

Das ist so ein Wein, der auf der Heimseite des Guts gar nicht zu finden ist. Es könnte sich um einen Wein aus zugekauften Trauben handeln, einer meiner Händler hat mir gesagt, daß es einige solche Gutsweine auch bei Wittmann gibt. Das Rückenetikett sagt noch:

Dieser Riesling stammt aus den besten Lagen rund um Nierstein, die bekannt sind für ihr außergewöhnliches Terroir. Es besteht aus roten, besonders eisenhaltigen Ton- und Sandsteinen, deren fruchtige Mineralität für den Riesling prägend ist.

Interessanterweise hat diese Flasche auch abweichend eine rote Kapsel. Wie auch immer, was zählt, ist das Ergebnis im Glas…

Die Farbe ist ein Goldgelb mit Tendenz zum Messing. In der Nase gleich einiges an rotem Phosphor, dahinter eher schwer erkenn- bzw. differenzierbar was Ananas- bis Karambolemäßiges. Am Gaumen ist die mineralische Dominanz nicht ganz so ausgeprägt, hier sind Ananas, Zitronen, Karambole, Kumquat deutlich erkennbar. Recht straffe Säure, die aber schön gegen den Extrakt ausbalanciert ist. Die Steine bieten neben dem Phosphor auch Eisenoxid und etwas Hydrogencarbonat. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, Mineralik und Frucht halten sich in etwa die Waage.

Sehr schöner, ausgewogener, frisch-eleganter Riesling mit einem aus meiner Sicht super PLV. Die deutliche Mineralik -vor allem in der Nase- muß man zwar mögen, aber bei mir liegt der Riesling da genau richtig!

Meine Wertung: 3

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2 comments on “Roter Riesling

  1. Phosphor auch Eisenoxid und etwas Hydrogencarbonat???? Wie schmeckt denn das? Ich bitte um einige Bodenproben bei unserem nächsten Treffen, damit ich das mal verkosten kann. 😉

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    • Roter Phosphor ist ein Bestandteil der Streichholzschachtelreibefläche und ist wohl hauptsächlich für den Geruch verantwortlich, der beim Anzünden eines Streichholzes entsteht. Eisenoxid ist ein Bestandteil des ordinären Rostes von Stahl. Wenn man stark verrostete Komponenten strahlt, dann entwickelt sich dieser typische Eisenoxid-Geruch, der bei entsprechender Konzentration in der Luft auch die Zunge belegt. Und Hydrogencarbonat ist der Säurerest z.B. von Natron (als Natriumsalz) oder Hirschhornsalz (als Ammoniumsalz) und assoziert bei mir einen basischen, fast etwas seifigen Geschmack…
      Du kannst ja schon mal mit einer Testreihe anfangen… 😉
      VG Erich

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