Spielzeuge für die Großen

Zu fortgeschrittener Stunde (also ab Mittach an einem Feiertach) kann ich mir dann schon auch wieder was komplexeres anhören. Irgendwann vor gefühlten 100 Jahren habe ich mal diese CD zum Geburtstag geschenkt bekommen:

Power Tools – Strange Meeting

Die kam von jemandem, der um meine musikalischen Vorlieben wußte und damit damals genau ins Schwarze getroffen hat. Und hätte ich sie erst jetzt bekommen, wäre die Freude nicht minder gewesen. „Power Tools“ setzt sich aus den Musikern Bill Frisell (e-g), Melvin Gibbs (e-b) und Ronald Shannon Jackson (dr) zusammen. Dies ist übrigens das einzige Album dieser Gruppierung aus dem Jahr 1987; ob damals mehr geplant war, weiß ich nicht. Avantgarde, Free Jazz und Funk vereinigen sich hier zu einem Werk, bei dem vordergründig Bill Frisell die Richtung mit seiner sehr sphärisch klingenden E-Gitarre bestimmt. Wenn man sich aber etwas genauer auf die Musik konzentriert, dann merkt man, daß E-Bass und Schlagzeug nicht nur die rhythmische Unterlage bilden, sondern -wenn auch eher subtil- starke melodische Akzente setzen. Man spürt, daß es sich hier um drei gleichberechtigte Musiker handelt. Streckenweise meint man, jeder tut gerade das, was er für richtig hält, aber dennoch paßt alles immer wunderbar zusammen. Allzu oft sind solch improvisierte Sessions tatsächlich nur ein unzusammenhängendes Nebeneinanderhergespiele. Hier trifft das in keinster Weise zu und ich höre es mit der gleichen Spannung wie beim ersten mal in 1991.

Meine Wertung: 4

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