Kraftvoll elegant aus Österreich – Relaunch

Nach ziemlich genau einem Jahr habe ich mir wieder eine Flasche vom

2011er Riesling – Gebling – Kremstal DAC Reserve, Thiery-Weber, Kremstal

eingebildet. Der war ja damals schon ein Schätzchen für sich, mal sehen, was seitdem in der Schlegelflasche passiert ist:

Die Farbe ist ein etwas dichteres Goldgelb, in der Nase gleich wieder ziemlich intensiv fruchtig: reife Aprikosen, fast kandierte Blutorange, Mangochips, etwas blankes nasses Eisen. Die Braunwürze von damals geht hier aber heute unter. Am Gaumen sind die Früchte ebenfalls von Anfang an sehr opulent, der Korb wird noch ergänzt durch Kaktusfeige und Pampelmuse, dabei recht salzig und von den benachbarten GV-Reben scheint auch etwas weißer Pfeffer verweht worden zu sein, weiters hätte ich noch dezent Muskatblüte und Vanille im Angebot. Ganz hinten ein ganz leichtes Campari-Bitterchen mit leichter Malzigkeit. Bei diesem Riesling leistet die Säure wieder ganze Arbeit, sorgt für eine perfekte Balance der Kräfte und hält die Viskosität trotz der 14 Umdrehungen gepaart mit dem amtlichen Extrakt erstaunlich niedrig. Der Nachhall hallt über mehrere Minuten und hält den Fruchtextrakt lange oben, ohne dabei satt zu machen. Die leichte Braunwürze schwingt nebenbei auch schön mit.

Zum wiederholten mal ein ganz schön fetter Stoff in dieser Woche. Aber im Gegensatz zu gestern in keinster Weise ermüdend oder anstrengend. Während ich am Vortag nach einem Glas erst mal genug hatte, mußte ich mich heute eher zügeln, noch was für morgen oder übermorgen in der Flasche zu behalten. Gegenüber dem letzten Jahr eine sehr schöne Entwicklung, wobei ich gar nicht mal sagen würde, daß ich den Wein nun eklatant besser finde als vor einem Jahr. Er ist einfach reifer, etwas dichter, die Aromatik hat sich dabei teils deutlich verändert, insgesamt ist es aber noch DER Gebling, nur ein bißchen (schön) anders eben. Blind hätte ich womöglich sogar in Richtung Saar geschielt. So macht fetter Stoff richtig Spaß!

Meine Wertung: 3

Hier noch der Text der letzten Verkostung vom 4. Oktober 2015:

Jetzt war der letzte Wein aus dem Probierpaket des Weinguts Thiery-Weber dran, den uns Herr Toifl letztes Jahr vorbei gebracht hat. Bezahlterweise natürlich…

2011er Riesling – Gebling – Kremstal DAC Reserve, Thiery-Weber, Kremstal

Im Glas ein schönes Goldgelb, in der Nase ein sehr intensiver Duft nach Quitte, reifen Äpfeln, Pfirsich, Aprikose, weiters braune Würze nach Sternanis, Nelken, Muskat. Recht fett, aber doch nicht unangenehm überbordend, einfach intensiv und sehr animierend. Ich habe wohl ca. 5 Minuten lang nur gerochen, bevor ich dann tatsächlich den ersten Schluck genommen habe. Da zeigt sich der Riesling von der Lage Gebling ebenfalls kraftvoll, aber dennoch nicht über die Maßen schwer. Der Eindruck aus der Nase wird hier konsequent fortgeführt. Ganz leicht schwingen ein paar säuerliche Komponenten wie Limette und Blutorange mit, die den stattlichen 14 Umdrehungen Paroli bieten. Aus dem Verwitterungsgestein der Lage Gebling haben offensichtlich recht viele Salze ihren Weg in die Flasche gefunden. Der Riesling ist nicht so trocken wie die GV’s aus dem Weingut, aber der moderate Restzucker steht dem Riesling sehr gut zu Gesicht. Der Abgang ist ebenfalls sehr kraftvoll und lang, dabei werden die gelben Früchte besonders betont.

Am meisten gefällt mir an diesem Wein, daß er die Attribute „kraftvoll“ und „elegant“ sowie „feingliedrig“ auf sehr schöne Weise kombinieren kann. Ich hatte ja schon mal hier erwähnt, daß mir mache Rieslinge bzw. GV’s der oberen Kategorien aus dem Donauraum einfach zu viel des Guten sind. Dieser Wein beweist auf -für mich- wohltuende Weise, daß es auch anders geht!

Meine Wertung: 3

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