Großer klassischer Steirer

In bzw. bei oder sogar über Tutzing gibt es schon seit langer Zeit das Forsthaus Ilkahöhe, welches aufgrund seiner prädestinierten Lage mit Blick über den Starnberger See aus gut 150 m Höhe über Seeniveau immer sehr gut frequentiert war, obwohl sowohl Service als auch Qualität über lange Zeit schlicht unterirdisch waren. Nunmehr wird die Gaststätte seit einiger Zeit von neuer Hand geführt, dabei wurde das Gasthaus selbst als auch das gesamte Konzept komplett umgekrempelt. Heute legt man Wert auf qualitativ hochwertige Speisen und Getränke, kurz und knapp: das Essen hat uns sehr gut geschmeckt, das Preis-Leistungsverhältnis fand ich dabei durchaus auch ok, obwohl es durchaus Stimmen gibt, daß das alles nunmehr doch viel zu teuer ist. Aber möglicherweise kommt das von Leuten, die eher in der 7,90 EUR-Schweinebraten-mit-Maggisauce-Welt daheim sind. Und die Weinkarte enthält nun auch einige schöne Sachen, wir haben daraus den

2012er Sauvignon Blanc – HG Hochgraßnitzberg – trocken – G STK, Polz, Südsteiermark

ausgesucht, der auf kalkhaltigem Verwitterungsgestein gewachsen ist und 12 Monate im Holzfaß ausgebaut wurde.

Die Farbe ist ein mittleres, eher unauffälliges Strohgelb, in der Nase zeigt sich nach einer ganz kurzen Eingewöhnungsphase eine leichte Holznote, auf der fast kandierte Zitruszesten -Orange und Grapefruit- sowie etwas Holunder daherschwimmen, versüßt durch ein paar Honigtropfen. Am Gaumen einerseits eine Fülle intensiver Fruchtaromen, dennoch wirkt der Wein eher filigran und keineswegs fett. Zu den oben genannten Fruchtaromen kommen auch jeweils kleine, aber feine Anteile von Pfirsich, Aprikose und Mango dazu. Im Hintergrund auch ein kleines Grapefruitbitterchen. Dazu ein paar Anklänge an Estragon und Salbei, allerdings nur ein kleiner Hauch. Eigentlich das Einzige, was die Typizität eines SB stützen würde, jedenfalls hätte ich blind sicher nicht auf diese Rebsorte getippt. Das Ganze wirkt dann auch in allen Phasen recht frisch, was der sauber eingestellten Säure geschuldet ist. Den oben genannten Boden kann ich zwar nicht eindeutig bestätigen, aber herb-nasse Steine finde ich in deutlicher Konzentration. Der Abgang ist ebenfalls filigran-intensiv auf der fruchtig-herben Seite und macht hier lange Freude.

Hier ist es vor allem dieser gelungene Spagat zwischen fein akzentuierter Aromatik und gleichzeitiger Fülle unter Vermeidung jeglicher Schwere, was mich fasziniert hat. Super Zeuch!

Meine Wertung: 3

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s