Hand und Fuß…

…soll die Musik des zweiten Albums der deutschen Krautrock-Gruppe Aera aus dem Jahr 1976 mit dem Titel

Aera – Hand und Fuß

haben. Nachdem die Musik des Debutalbums gar nicht so sehr ins Krautrockige ging, sondern doch eher Anleihen auf der jazzigen Seite geholt hat, was sich in einer teils recht komplexen Struktur ausdrückte, passierte ein paar Jahre lang erst mal nichts in Richtung Tonkonserve, was wohl auch damit zusammenhing, daß die kommunenartige Struktur und die hohe Fluktuation an Musikern es wohl schwierig machte, eine musikalische Linie zu finden und zu halten. Wie chaotisch die Zustände so waren, kann ich letztlich nicht beurteilen, aber wohlfällig geordnet ging es wohl eher nicht zu. Aber aus solchen Umständen entstehen ja häufig genug spannende Sachen.

„Hand und Fuß“ ist vor allem von Beginn an mehr auf der rockigen Seite angesiedelt, die Musik ist rhythmischer und druckvoller, Schlagzeug, E-Gitarre und Bass haben mehr Gewicht, als das eher lyrische Saxophon von Klaus Kreuzeder, dem konstanten Faktor der Gruppe. Das erste Stück „Mechelwind“ (nach dem damaligen Wohnort der Gruppe) entwickelt sich jedenfalls über die 9 Minuten plus Dauer zu einem recht kraftvollen Einstieg mit bedächtigeren Einlagen. Die anderen Tracknamen sind weitgehend Wortspiele wie „Alabaster Keaton“, „Wrdlbrmfd (Fürn Karl Valentin)“, „Elephen Elephants“, „Herbstzeitlos“, „Ad Absurdum“ und „Kamele On“. Das heißt aber nicht, daß die Stücke deswegen an Komplexität verlieren und sich nur im Klamauk verlieren. „Alabaster Keaton“ orientiert sich eher wieder an der lyrischen Seite des Debutalbums, „Wrdlbrmfd“ ist wieder rockiger angelegt, aber mit einem etwas schrägen Thema, was wiederum zu Karl Valentin passen würde. Die „Elephen Elephants“ müssen die aus dem Film „Die lustige Welt der Tiere“ gewesen sein, die aufgrund des Konsums vergorener und damit alkoholhaltiger Marulas durch die Steppe torkelten. „Ad Absurdum“ bietet einen recht stakkatohaften Takt mit häufigen Tempiwechseln und verzögerten Einsätzen, wer dazu tanzen will, muß dies recht eckig tun.

Dieses Album habe ich nun schon einige Jahre nicht mehr gehört, es kann sogar sein, daß ich es nur ein einziges mal bis jetzt auf dem Teller liegen hatte, da ich es erst recht spät als letztes meiner Aera-Alben irgendwo ersteigert habe. Aber ich denke, ich sollte es doch öfter mal ′rausziehen. Es ist nämlich völlig staubfrei, abwechslungsreich und von hohem Wiedererkennungswert. Ich weiß gar nicht, warum ich die LP so vernachlässigt habe.

Ach ja, wer sich fragt, wo der Fuß abgeblieben ist, hier ist er:

aera-handundfus2

Meine Wertung: 3

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