Vorweihnachtsründchen

Für unsere Weinrunden gibt es in der Regel eine Terminfindung mit Doodle-Umfragen. Für die nächste Runde ergab sich erst im Januar 2017 ein Termin, bei dem genügend Leute Zeit haben; vor Weihnachten ging nix mehr z’amm. Was machen die Leut‘ eigentlich alle? Jedenfalls hat der Ausrichter der nächsten Runde dann die Kandidaten, die letzten Freitag tatsächlich Zeit hatten, gefragt, ob sie nicht Lust auf eine kleine „inoffizielle“ Runde hätten. So kam es dann auch. Ohne Thema und „blind“ war’s auch nicht, eben einfach „nur so“. Übrigens mit was richtig leckerem zu Essen…

Aber nun zu den Weinchen. Ich habe übrigens nicht sooo intensiv mitgeschrieben, wie ich das bei den „ernsthaften“ Weinrunden sonst mache, die Beschreibungen sind also etwas einfacher gehalten:

1. Wein: 2011er Gewürztraminer – Vignoble d’E – Alsace AOC, Domaine Ostertag, Alsace

20161202_232713

Dichtes Goldgelb, in der Nase sehr intensiv, viele kandierte Früchte, vorwiegend auf der Zitrusseite, etwas Honig, aber nicht „überfett“. Am Gaumen ebenfalls sehr dicht, durch seine schöne Säurestruktur bewahrt sich der GT jedoch einen frischen und trinkfreudigen Charakter. Die Braunwürze kommt dabei für diese Rebsorte wohltuend dezent ′rüber. Der Abgang ist ebenfalls recht dicht fruchtig-würzig, belastet aber kein Stück.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

2. Wein: 2009er [Cuvée] – Domaine de Trévallon – IGP Alpilles, Domaine de Trévallon, Côtes de Provence

20161202_232656

Dieser Wein ist eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Syrah zu gleichen Teilen. Der Wein reift für zwei Jahre in großen Holzfässern, ist nach Angabe auf der Website nicht geschwefelt und unfiltriert, wird aber mit Eiweiß geschönt, also nix für Veganer 😉

Die Farbe ist ein dunkles Granatrot, wenig transparent. In der Nase intensiv beerig, Heidel, Brom und Holunder, sauber nebeneinander aufgereiht. Am Gaumen wenige Tannine, recht samtig, Fruchtaromen wie oben beschrieben, leicht mit Kräutern der Provence und schwarzen, trockenen Oliven (kein Sch…!) gewürzt. Nicht übermäßig viel Säure, dennoch erfreulich wenig viskos, schön warm, lang und elegant im Abgang, dabei gänzlich ohne störendes Beiwerk wie Bitterstoffe oder unschöne Metalle, wie man das doch gerne mal bei CS-haltigen Getränken der günstigeren Preisklassen so findet (in der sich dieser Wein übrigens nicht aufhält!). Kann man sich dran gewöhnen…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

3. Wein: 2011er Traminer – Auslese – Pw, Schloss Proschwitz, Sachsen

20161129_171215

Recht dicht Goldgelb, in der Nase eine intensive Fruchtsüße, die vorwiegend von kandierten Zitrusfrüchten verströmt wird, dazu etwas Honig und Koriandersaat. Auch am Gaumen amtlich fruchtsüß, hier auch einiges an Aprikose, aber ohne „freien“ Zucker. Auch bei diesem Wein ist die Braunwürze angenehm fein dosiert, die Auslese verfügt im Hintergrund über genügend Säure, um den Wein fast ungehindert flutschen zu lassen. Auch über den Abgang kann ich nur Gutes berichten: lang, cremig fruchtsüß, dabei nicht klebrig bzw. sonstwie anstrengend.

Abgesehen davon, daß der Extrakt hier nochmal deutlich höher ist als beim ersten Wein, sind sich die beiden GT’s des Abends gar nicht mal unähnlich. Machte jedenfalls viel Spaß!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

4. Wein: 2011er [Cuvée] – Eichkogel – trocken – Qw, Kollwentz, Leithaberg

20161202_232548

Der „Eichkogel“ ist übrigens eine Cuvèe aus Blaufränkisch und Zweigelt.

Hier haben wir ein dunkles Rubinrot mit sowohl violetten als auch braunen Reflexen, in der Nase Sauerkirsche und schwarze Johannisbeeren, die Kirschen wandern mit der Zeit auf die süßere Seite. Wirkt hier ganz leicht konfitürig (ich sage bewußt nicht marmeladig), aber auf der angenehmen Seite. Am Gaumen zuerst noch deutlich tanninhaltig und adstringierend, was aber gar nicht weiter störend ist. Wieder erst Sauer-, später süßere Kirschen, dazu eine kleine Beerengarnitur, etwas 85er Schokolade, wobei der Kakaogehalt tendenziell sinkend ist. Die Mineralik ist anfangs recht scharf, die Säure kantig, aber das schleift sich mit etwas Luft auch wohltuend ein. Der Abgang ist recht lang, zuerst noch etwas staubig / gerbstoffig, dazu ein kleines, aber feines Grapefruitbitterchen.

Man hätte den Wein vor dem Trinken gut karaffieren können, denn mit Luft gewinnt er ungemein. Anfangs war er mir deutlich zu harsch im Glas, beim letzten Schluck haben wir uns dann aber gerne angefreundet.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

Ein sehr schönes Treffen mit lecker Weinchen und einem Essen, das sich hinter den Getränken nicht verstecken muß. Das wird mir sicher noch eine Zeit lang in Gedanken bleiben! Vielen Dank nochmals an unseren Gastgeber für alles!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s