Jimi forever

Auch wenn die meiste der von mir konsumierten Musik aus dem Jazzbereich stammt und immer ein allgemein wenig beachtetes Nischenprodukt sein wird, gibt es schon auch Musiker, die es in anderen Genres zu erheblicher Bekanntheit geschafft haben und die von mir auch entsprechend respektiert und gehört werden. Einer davon ist Jimi Hendrix, der trotz oder wegen seiner Bekanntheit und ungeachtet seines sehr kurzen Lebens nicht nur Musikgeschichte geschrieben hat, sondern auch musikalisch (spielerisch, gesanglich, kompositorisch und überhaupt) eine absolute Ausnahmeerscheinung war. Viele sind ja auch erfolgreich, obwohl sie in meinen Augen null Talent haben, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls sind nicht nur seine Platten immer noch gut im Geschäft, es gibt auch nach wie vor musikalische Hommagen an Jimi, häufig nicht nur mal ein einzelnes gecovertes Stück, sondern auch komplette Alben. So eins ist die 2005 bei Double Moon erschienene CD

Doran, Stucky, Studer, Clarke – Jimi

die übrigens am 17. Oktober 2004 im Theater im Haus der Kunst in München aufgenommen wurde (wo war ich da eigentlich, jedenfalls nicht im Konzert…?). Christy Doran und Fredy Studer hatte ich ja schon gestern im Player, das ist jetzt quasi die Fortsetzung der Session von gestern. Am E-Bass ist hier Kim Clarke, eine der wenigen (herausragenden) E-Bassistinnen, die ich kenne, hauptsächlich von ihrer Dauerbeschäftigung bei „Defunkt“ her. Den gesanglichen Part übernimmt hier originellerweise eine Frau: Erika Stucky, Jazz-Sängerin aus der Schweiz mit amerikanischen Wurzeln legt es nicht darauf an, Hendrix‘ Stimme bloß zu kopieren, sondern baut bei aller Verschiedenheit zum Original eine vergleichbare Authentizität auf. Es klingt also zu keiner Zeit irgendwie deplaziert oder unangemessen. Super übrigens der „rückwärts“ gesungene Part von „Castles made of Sand“. Ansonsten wird hier nicht vordergründig versucht, die Kompositionen von Jimi Hendrix in den Jazz-Bereich zu transskribieren, dennoch ist die Musik -natürlich- mit vielen aus den jazzigen Wurzeln der Protagonisten stammenden Gimmicks gespickt, ohne die Stücke dabei zu verfremden. Von den Hendrix-Hommagen, die ich kenne, eine der schönsten und ambitioniertesten.

Meine Wertung: 3

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