Holundersäftchen – Nachtrag

Heute war mal wieder ein Südtiroler Probierwein dran:

2014er Weissburgunder – Prunar – Südtirol DOC, Erste+Neue, Südtirol

Der WB wurde zur Hälfte in großem Holz ausgebaut, die Heimseite schreibt über den aktuellen 2015er:

Leuchtend, hellgelbe Farbe mit grünlichem Schimmer. Feines, blumig-mineralisches Aroma kombiniert mit Geruchsnoten von reifen Früchten (Apfel, Pfirsich). Lebhaft frischer Abgang mit elegantem ausgewogenen Körper.

Im Glas ein mittleres Goldgelb, in der Nase gleich recht viele Holunderblüten und eine beständige leichte Gemüsenote, dahinter auch etwas Kernobst. Am Gaumen fast genauso, die Säure ist leider etwas schwach auf der Brust, daher wirkt der WB auch wegen des Holunders, der mir in höherer Konzentration zu klebrig ist, auch eher anstrengend. Auch der Abgang ist für meinen Geschmack zu weit weg von einer frisch-fruchtigen oder auch gerne mineralischen Struktur; zwar von guter Länge, aber nach kurzer Zeit bleibt nur wieder eine schwache und eher eintönige Holundernote.

Mit der obigen Heimseiten-Beschreibung hat das also wenig bis gar nichts zu tun, wobei ich jetzt allerdings nicht weiß, ob die Texte mit den Jahrgängen angepaßt werden oder ob jeweils nur ein Update der technischen Daten erfolgt. Für ausgesprochene Holundersirup-Liebhaber mag das ein durchaus schöner Wein sein, mir persönlich gefällt diese etwas klebrige Aromatik aber nicht ganz so gut.

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 10/25

Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: Es war noch einiges übrig von der Flasche, ich dachte mir, zur Not geht er auch als Kochwein. Heute habe ich ihn nochmal probiert. Immerhin: die Gemüsenote ist komplett weg, der Holunder hat sich stark zurückentwickelt. Jetzt findet die Nase tatsächlich eher Äpfel und Nektarinen sowie eine dezente Braunwürze. Am Gaumen findet man zusätzlich ein paar verschämte Zitrusnoten und ein kleines, leicht bitteres Lakritzbonbon. Auch das Süße-Säure-Spiel hat sich etwas zum positiven hin entwickelt. Der Abgang hält nun die Fruchtaromatik etwas länger, am Ende dominiert dann aber das oben genannte Lakritzbonbon. Mit viel Zeit und Luft hat sich der WB dann also doch noch ganz nett entwickelt, nachkaufen werde ich ihn aber trotz des Gewinns von immerhin 4 Punkten nicht; in dieser Preisklasse gibt es meiner Meinung nach deutlich attraktivere Fläschchen.

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 14/25

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s