Masada – etwas anders

Heute war mir mal wieder nach was von John Zorn bzw. seiner Gruppierung „Masada“, von der ich hier ja schon nicht wenige CD’s beschrieben habe. Eine in jeder Hinsicht schöne Einzelausgabe ist

Masada – Sanhedrin, 1994-1997, Unreleased Studio Recordings

Zuerst mal fällt die Verpackung sehr positiv auf, sie ist als kleines, gebundenes Buch in CD-Größe mit richtig stabilen Buchdeckeln gestaltet. Drinnen finden sich 54 Seiten ausführliche Beschreibung der insgesamt 7 Sessions, aus denen die Aufnahmen stammen, in zwei eingebundenen Kartonhüllen am Ende befinden sich die CD’s. Neudeutsch wird sowas gerne mit „wertig“ bezeichnet, ich finde diese Wortschöpfung reichlich bescheuert und wer mir was mit diesem Attribut anbietet, hat schon den ersten Minuspunkt kassiert. Für mich ist das Ganze einfach schön gemacht.

Bei der Menge an Musik, die John Zorn in den letzten Jahrzehnten -vor allem über sein eigenes Label „Tzadik“- so ′rausgehauen hat, fragte ich mich, warum diese insgesamt 19 Stücke erst mal in den Archiven verschwunden sind und erst in 2005 gesammelt veröffentlicht wurden. Ich habe dann herausgefunden, daß die meisten der 19 Kompositionen bereits auf einer der 10 CD’s des Masada-Zyklus „Masada Book of Songs“ (18), den späteren „Masada Live“-Alben oder auch verschiedenen Masada-Einzelausgaben enthalten sind. Ich habe nur eine Komposition gefunden, die tatsächlich hier das erste und einzige mal auftaucht: „Mashav„. Das heißt, es sind im wesentlichen „alternate takes“ der ursprünglichen Aufnahmen für den o.g. ersten Zyklus. Ich habe die beiden CD’s bis jetzt -und auch heute- immer nur für sich gehört. Bei der Unmenge an Kompositionen aus dem „Masada Book of Songs“ waren mir bis jetzt -vor allem wegen des zeitlichen Abstands beim Hören- keine konkreten Unterschiede zwischen den verschiedenen Aufnahmen aufgefallen, da müßte ich wirklich mal die verschiedenen Versionen isoliert gegeneinander anhören. Mal schauen, wann ich dazu mal Bock habe.

So wird hier musikalisch genau das geboten, was bereits Inhalt bzw. Zweck des „Masada Book of Songs“ war, nämlich die Symbiose von „normalem“ Jazz (hier vorwiegend Bop) mit Musik aus dem jüdisch-hebräischem Raum. Das funktioniert hier genauso gut wie mit den Original-CD’s aus den 90ern, eine Art Zweitklassigkeit konnte ich nicht feststellen. Aber der direkte Vergleich steht ja noch aus. Puh, da habe ich dann was zu tun…

Meine Wertung: 3

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