Frischer Auxerrois vom Bodensee – Relaunch

Nachdem der 2013er eine Entwicklung hingelegt hat, die mir nicht ganz so gut gefallen und die dann zur deutlichen Herabstufung des Weins geführt hat, mußte ich jetzt mal den Folgejahrgang

2014er Auxerrois – trocken – Qw, Kress, Bodensee

wieder ins Glas befördern. Mal sehen, ob ich den auch degradieren muß:

Im Glas ist er immer noch strohgelb, die Nase ist sehr gelblich fruchtig mit Pfirsich, Quitte und reifer Birne. Am Gaumen findet man das auch, dazu kommt etwas Limette in der etwas süßlicheren Form, was aber nicht heißt, daß es dem Wein an Säure und Frische fehlt, bei diesem Jahrgang klappt die Balance zwischen Säure und Extrakt noch vorzüglich. Ein paar leicht schieferig wirkende Steine runden das Ganze schön ab. Der Nachhall ist ordentlich lang, dabei intensiv fruchtig und bleibt auf der unbeschwert kühl-frischen Seite.

Entweder hat sich der 2014er einfach noch nicht in Richtung Talfahrt begeben oder der etwas kühlere Jahrgang begünstigt die Erhaltung der Frische über längere Zeit. Hier muß ich jedenfalls nichts herunterstufen, kann ich nach wie vor uneingeschränkt weiter empfehlen:

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 17 von 25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 23. Juli 2015:

Von den aktuellen Jahrgängen unseres fast schon Stamm-Weinguts Kress aus Hagnau hatten wir bis jetzt nur den 2014er Überlinger Cuvée blanc probiert, der nicht ganz an die Qualität des vorherigen Jahrgangs anknüpfen konnte. Auch wenn er deswegen nicht schlecht war bzw. ist. Vom Auxerrois hatte ich bis jetzt nur den 2012er vorgestellt, der zu einem unserer Lieblingsgewächse vom Bodensee geworden ist. Dabei fiel mir auf, daß der 2013er hier noch fehlt, habe ich aber noch im Keller, kommt irgendwann auch noch dran. Da bei den Kress-Etiketten der Jahrgang immer nur ganz klein rechts oben aufgedruckt ist und er damit bei den Fotos immer ’rausfällt, habe ich die Jahreszahl jetzt einfach mal reinmanipuliert, damit man das Ganze besser unterscheiden kann. Mache ich vielleicht bei den anderen Bildchen auch noch. Der

2014er Auxerrois – trocken – Qw, Kress, Bodensee

ist im Glas Strohgelb, heller als der 2012er, in der Nase frische Äpfel und Birnen, ein bißchen Johannisbeere und eine Spur Rauch. Eine leichte Mineralik ist hier auch schon zu spüren. Am Gaumen dann eher die Betonung auf gelben Früchten wie Pfirsich und Aprikose, aber auch Karambole und Limette. Elegante Säure, die den Wein schön frisch macht. Der Abgang ist eher lang und transportiert alle erkannten Fruchtnoten sowie die deutlich erkennbare, aber nicht überbordende Mineralik.

Der 2014er ist von Stilistik her schon signifikant anders als der 2012er, aber das kann neben den Jahrgangsunterschieden auch mit dem kürzeren Reifegrad des 2014ers zum jetzigen Verkostungszeitpunkt zu tun haben. Ich habe ganz zweifelsfrei hier schon deutlich „größere“ Weine vorgestellt, aber der Auxerrois bleibt auch und gerade wegen der schönen und unkomplizierten, aber keineswegs einfachen Stilistik, die sich schön mit der für einen Sommer-Alltagswein erwünschten Frische paart, einer unserer Lieblinge! Daher:

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3

4 comments on “Frischer Auxerrois vom Bodensee – Relaunch

  1. Lieber Erich,
    falls Du mal wieder am Bodensee weilen und eh Deine Bestände auffrischen solltest, fände ich es prima, wenn Du mir eine Selektion von Kress mitbringen könntest. Gerne 2 Flaschen Deiner 3 Favoriten… Ich hole diese dann sehr gerne bei Dir – quasi in der Nachbarschaft – ab. Ähnliche (Mit-)bringdienste kann ich Dir im Herbst aus Niederösterreich (Kamptal, Wagram), Burgenland (Nord) Ende September und aus der Pfalz (Region Deidesheim) Mitte Oktober anbieten.
    Herzliche Grüße Andreas

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    • Hallo Andreas,
      Mitbringdienst finde ich gut! Ich weiß allerdings noch nicht, wann ich wieder zum Bodensee komme und aus meinen Beständen kann ich, wenn überhaupt, meist nur eine Flasche anbieten, weil ich selten mehr als zwei oder drei Flaschen je Sorte / Jahrgang kaufe. Man muß das Zeug ja auch irgendwann wegtrinken können und wenn man von allem 6 oder 12 Flaschen kauft, dann leidet die mögliche Vielfalt…
      Ich kann ja mal in den nächsten Tagen mal meine Kress-Bestände durchgehen…
      VG Erich

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      • Lieber Erich,
        das eilt doch gar nicht. Behalte Du mal schön Deine Bestände und erfreue Dich an Deiner Vielfalt. Ich hatte nur gemeint, dass Du vielleicht öfters mal in der Gegend bist… Mein Angebot mit der Pfalz und Österreich steht natürlich trotzdem. Ich bin zudem auch immer wieder mal bei Winzern im Trentino, z.B. bei Pravis, die schöne autochthone Sachen haben, aber auch bei Endrizzi, die zum einen Trentiner Weine im Angebot haben, aber auch sehr schöne toskanische Tropfen von ihrem Zweitweingut. Lass mich wissen, wenn Du was brauchst.

        Herzliche Grüße
        Andreas

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