Ottos Mops kotzt…

…ogottogott! Dieser Ausspruch wurde gestern mal spontan in die Runde geworfen. Er stammt aus einem der Gedichte Ernst Jandls, der mit seiner experimentellen Lyrik ab den 50er Jahren in Österreich absolut eigenständige Wege ging und dafür jahrelang in seinem Heimatland extrem angefeindet und quasi ausgeschlossen wurde. Nichtsdestotrotz hat er (zum Glück) durchgehalten und gelangte in späteren Jahren dann doch noch zu dem Ruhm und der literarischen Stellung, die ihm gebührt.

1995 war er dann spezieller Gast bei einer Produktion des österreichischen Altsaxophonisten Wolfgang Puschnig. Genau an diese CD habe ich bei obigem Ausspruch gedacht und dann heute Mittag mal wieder angehört:

Wolfgang Puschnig – Mixed Metaphors

Hier begleitet Ernst Jandl zwar bei nur zwei Stücken die Musik mit seiner Lyrik („Poetry“ und „Big City“, ansonsten sorgen Linda Sharrock -Wolfgang Puschnigs Ehefrau- und Antoine „Bun“ Green für die vokale Begleitung), aber die prägen das gesamte Album sehr stark. Ottos Mops kommt zwar nicht vor, aber man bekommt einen schönen Einblick in Jandls Sprachkunst:

das a das e das i das o das u

Die Musik ist durchgehend von den Musikern selbst komponiert, neben Wolfgang Puschnig möchte ich hier noch Jamaaladeen Tacuma (e-b) und Rick Iannacone (e-g) erwähnen. Es sind alle möglichen Elemente verarbeitet, vom Bop über Jazz-Rock und Jazz-Funk bis Avantgarde ist immer mal wieder was dabei, hier aber vorrangig darauf ausgelegt, die Wortseite vom Gedicht über die Ballade bis zum Rap entsprechend zu stützen. Das funktioniert soweit sehr gut und macht durchgehend Spaß beim Hören. Nicht nur durch die Vokalisten ist das Album sehr eigenständig, fordert aber zum aufmerksamen Zuhören, nebenher laufen lassen is nich…

Meine Wertung: 3

2 comments on “Ottos Mops kotzt…

    • Na ja, über die Motivation ihrer Teilnahme mag ich nicht spekulieren, ich halte mich lieber an das Ergebnis. Sie ist zwar keine Cassandra Wilson, aber sie trifft auch keine empfindlichen Stellen in meinen Ohren, die dann sofort auf Abwehr schalten. Gefühlte 95,8 % aller Sängerinnen lösen aber genau diese Reaktion bei mir aus…

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