Smaragd, leicht cremig

Gestern waren wir mal wieder beim Essen in einem Restaurant, in dem wir schon mal ein Federspiel vom Weingut Alzinger getrunken haben. Diesmal haben wir uns einen Smaragd gegönnt:

2015er Grüner Veltliner – Loibner Mühlpoint – trocken – Smaragd, Alzinger, Wachau

Goldgelb im Glas, in der Nase Pfirsich und Honigmelone, hier schon leicht cremig wirkend. Am Gaumen ebenfalls eine eher cremige Fruchtstruktur, die Säure ist nur moderat ausgeprägt, jedoch wirkt der Wein nicht anstrengend. Die Mineralik offenbart sich mit etwas Pfeffer, ein paar sodageprägten Steinen sowie ganz leicht Lakritze. Der Abgang ist ebenfalls auf der eher cremig-fruchtigen Seite, hier vermisse ich die Frische am meisten.

Soweit ein ganz netter Smaragd, einerseits nicht zu fett, was ich als durchaus wohltuend empfinde, aber ein bißchen mehr kühlere Frische würde ich mir angesichts des nicht ganz so überbordenden Extrakts schon wünschen; wahrscheinlich eine Folge des warmen 2015er Jahrgangs, der 2014er wäre möglicherweise deutlich spaßiger für meinen Geschmack.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 15 von 25

4 comments on “Smaragd, leicht cremig

  1. Hallo Erich,

    ich habe mir von Schloss Gobelsburg einige GV aus 2015 gekauft und kann Deinen Eindruck des warmen Jahrganges bestätigen. Das sind wirklich gute Weine; cremig, vielschichtig, ein schönes Pfefferl und auch recht lang. Nur fehlt mir da auch eindeutig die Frische, die ich aus kühleren Jahrgängen kenne. Ob sich das mit der Zeit ändert? Eher nicht, denke ich…

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    • Hallo Ralph,
      ich kann bezüglich 2015 schon feststellen, daß es da auch einige Weinchen gibt, die trotz der Hitze eine schöne Säurestruktur aufweisen. In der Wachau z.B. vom Tegernseerhof, allerdings nicht pauschal durch’s ganze Sortiment, auch die haben eher cremige Ausreißer. Ich habe aber aus dem Jahr z.B. ein „inoffizielles Federspiel“ (GV, Superin) -das wegen zu hohem Alloholgehalt aus der Vinea-Wachau-Klassifikation ‚rausgeflogen ist- und bei der Verkostung eine sehr schöne Säurestruktur aufwies.
      Man wird sich vielleicht bezüglich des Umgangs mit den Trauben etwas umstellen müssen und bezüglich des Lesezeitpunkts eher auf die Säure, denn auf den Zucker achten müssen, wenn man weiter frische Weine haben will. Ich bin ja nun kein Winzer und habe bezüglich der Traubenkultivierung noch nicht mal ein gepflegtes Halbwissen, aber ich kann zumindest feststellen, daß z.B. die fränkischen Winzer das Jahr 2015 insgesamt frischemäßig deutlich besser im Griff hatten als manch andere Region, auch bei eher säureärmeren Sorten. Vielleicht muß man auch im Donauraum künftig einfach mehr in Richtung Riesling schielen…
      VG Erich

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  2. Danke für den schönen Bericht. Einen 2015er GV Smaragd hatte ich bislang noch nicht im Glas. Vielleicht geht der Trend ja auch in Richtung Federspiel – die vom Konzept her eher in die frischere Richtung gehen.

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    • Bitte, bitte! Auch manche Federspiele haben im 2015er Jahr ein Säure- und damit in der Regel auch ein Frischeproblem. Auch Smaragde können hier -trotz allem Gehalt- eine schöne Säurestruktur aufweisen. Vom GV „Schütt“ vom Tegernseerhof aus 2015 weiß ich’s, die Smaragde von Machherndl habe ich blind gekauft, muß ich irgendwann mal köpfen. Interessant wäre für mich auch, mal zu probieren, wie die 2015er von Muthenthaler, Veyder-Malberg und Pichler-Krutzler sind. Habe ich aktuell nur bis 2013. Allesamt keine „Vinea Wachau“-Mitglieder, somit sind das auch „nur“ Qualitätsweine…

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