50 Jahre Lächeln

Heute habe ich Mittach aus organisatorischen Gründen etwas vorgezogen und mich daran erinnert, daß es mal wieder ein Jubiläum gibt bzw. gerade gab. Am 16. Februar 1967 kam das Album

Miles Davis Quintet – Miles smiles

heraus. Es ist nach „E.S.P.“ das zweite (Studio-) Album des legendären zweiten Miles Davis Quintets, welches mit der Besetzung

  • Miles Davis (tp)
  • Ron Carter (b)
  • Herbie Hancock (p)
  • Wayne Shorter (ts)
  • Tony Williams (dr)

zwischen 1964 und 1968 aktiv war und für mich als eine der geglücktesten Kombinationen von Jazzmusikern ever gilt. Geboten wird hier Modal Jazz, also die eher langsame, pointierte, auch lyrische Art von Jazz, die Miles Davis zwischen Hard Bop und Fusion zelebrierte. Ich habe mal irgendwo gelesen, daß die sechs Stücke dieses Albums jeweils nur in einem vollständigen Take existieren. Üblicherweise lief die Aufnahme immer durch (soweit die Bänder damals halt reichten) und die Stücke wurden häufig mehrfach begonnen und ggf. wieder abgebrochen, falls was nicht so nach dem Gusto von Miles Davis (oder jemand anderem) lief. In der Regel gab es am Ende einer Session dann von den einzelnen Stücken zwei, drei oder mehr komplette Aufnahmen (Takes), und es wurde anschließend entschieden, welcher Take dann jeweils auf die Platte gepreßt wurde. Deshalb gibt es häufig auch Wiederveröffentlichungen, auf denen dann auch ein paar alternative Takes enthalten sind. Da eine CD im Gegensatz zur LP ja eine deutlich längere Laufzeit hat (mindestens 74 Minuten, bei einer LP in der Regel nur 2 x 20…25 Minuten), wurde also einfach der Platz mit diesen „alternate takes“ aufgefüllt. Bei machen Alben kann man dann die Varianten schön vergleichen und manchmal gefällt mir die „zweite Wahl“ sogar besser. Bei „Miles smiles“ ist das nicht möglich, das Quintet harmonierte offenbar so gut miteinander, daß allen Beteiligten schon jeweils nach dem ersten geglückten Versuch klar war: „That’s it!“. Und das spürt man auch beim Hören, es gibt eigentlich keine Stelle, wo man an der „Verschworenheit“ der Gruppe zweifeln könnte. Das gegenseitig auf sich aufpassen, dem anderen Raum lassen, selber zum richtigen Zeitpunkt das richtige tun oder auch lassen, das läuft hier alles so rund, als hätten die 5 Akteure die Stücke schon seit Jahrzehnten zusammen gespielt. Für mich absolut genial!

Meine Wertung: 4

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s