Burgundischer Gutsriesling

Zu einem eher einfach gestrickten Essen gab’s gestern Abend auch einen -meiner Vermutung nach- eher einfach gestrickten Wein. Aus der Ecke um Heidelberg hatte ich noch nicht so viele Weinchen im Glas, und wenn, dann waren sie eigentlich alle nicht so berauschend. Es gibt dort ein einziges VDP-Weingut, und von dem sind mir neulich zwei Flaschen „in die Hände gefallen“. Die erste ist der

2013er Weisser Riesling – trocken – Gutswein, Seeger, Baden

Der weiße Riesling ist nichts anderes als der ganz normale Riesling ohne Farbangabe, wahrscheinlich verwendet das Gut dieses Synonym zur Abgrenzung gegenüber dem Schwarzriesling, den es hier auch gibt.

Die Farbe ist ein dichteres Goldgelb mit leichtem grünlichen Stich. In der Nase zeigen sich sowohl frischere grüne als auch mürbere gelbe Äpfel sowie ein paar Mirabellen; dazu noch einige Zitrusnoten. Am Gaumen recht gelbfruchtig: Nektarine, Mirabellen und Papaya, leicht Zitrone und ein bißchen Kumquat. Das alles liegt auf einer leichten Gerbstoffigkeit, die ich bei einem Gutsriesling nun gar nicht erwartet habe. Keine vorlaute, aber doch effektive Säure, eine ganz leichte Cremigkeit ist vorhanden, die den generell eher frischen Charakter aber nicht beeinträchtigt. Der Abgang ist von schöner Länge, dabei fruchtig-elegant mit schönem Säurebogen und leicht mineralischem Finale.

Dieser Gutsriesling hat mich doch recht überrascht, für relativ wenig Geld bekommt man hier einen eher ungewöhnlichen, weil fast etwas „burgundisch“ wirkenden Riesling, der die für meinen Geschmack sonst nicht so herausragende Region in Nordbaden (soweit ich sie bis jetzt kenne) in ein sehr positives Licht rückt.

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 17/25

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4 comments on “Burgundischer Gutsriesling

  1. Hallo Erich,
    kann auch nicht sagen, ob es an der badischen Bergstraße noch weitere interessante Weingüter gibt aber das was Thomas Seeger macht, vor allem in rot, ist schon sehr weit oben in Deutschland insgesamt – versuch mal seine Pinots oder Blaufränkisch.
    Schönen Sonntagabend
    Patrik
    PS: Machst Du bei der nächsten WaL Liveverkostung mit? Bin da am überlegen, ob mich die Weine genug reizen…

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    • Hallo Patrik,
      ich habe noch ein WB GG Oberklamm im Keller. Ich bin in diesem Jahr sicher noch ein oder zweimal in der Heidelberger Ecke, da habe ich mir fest vorgenommen, mal dort hinzufahren.

      Das WaL-Paket mit den Fendt-Weinen habe ich mal auf Verdacht bestellt. Ob ich bei dem Stream aktiv mitmache, weiß ich noch nicht. Zum einen muß ich noch ein paar Mitstreiter rekrutieren, zum anderen ist noch nicht ganz sicher, ob ich da überhaupt Zeit habe. Mal sehen, interessant finde ich das Thema schon…

      VG Erich

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      • Lohnt sich bestimmt Herrn Seeger mal zu besuchen.
        Vielleicht bestelle ich das WaL Paket auch mal und bin zum zweiten Mal dabei… mal sehen. Ganz uninteressant finde ich die Weine auch nicht (auch wenn ich die so nicht kaufen würde).
        Aber manchmal wird man auch positiv überrascht wie gestern z.B. von 14er Sylvaner ‚Creutz‘ von Luckert, der mich echt umgehauen hat (hatte ich bei Slvaner/Sylvaner so noch nicht).

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