Der Wein des Winnetou

Wahrscheinlich bin ich weder der erste, noch der letzte, der diese zugegebenermaßen nicht übermäßig geistreiche Assoziation aufgrund einer zufälligen Namensgleichheit herstellt. Aber mir schoß die Überschrift ohne weiteres Nachdenken einfach so ins Hirn, also…

2014er Weisser Burgunder – Réserve, Karl May, Rheinhessen

Die Farbe ist ein deutliches Goldgelb, in der Nase tummeln sich reife Pfirsiche und Aprikosen, dazu leichte Anklänge an Quitten und Khaki, das Holz macht sich eher dezent in Form von Vanille bemerkbar. Mit etwas Zeit und Luft kann man das Ganze dann durchaus „opulent“ nennen. Am Gaumen sind die genannten Früchte ebenfalls recht intensiv und druckvoll am Werk, das Holz ist hier deutlich mehr in Form von Vanille und Lakritze zu spüren, bleibt aber relativ zur Frucht trotzdem vornehm zurückhaltend. Säure ist genügend vorhanden, um den WB trotz des deutlichen Extrakts auf der frischen Seite zu halten. Nur die Steine haben etwas das Nachsehen, wer suchet, der findet aber. Übrigens findet auch hier mit etwas Geduld eine erhebliche Intensivierung der Fruchtaromatik statt. Der Abgang währt mehrere Minuten und präsentiert den prall gefüllten Fruchtkorb auf hohem Niveau mit sehr flach fallendem Gradienten.

Sehr gelungene Vermählung von distinguiertem Holz und selbstbewußter Frucht bei hoher Aromendichte, dennoch frisch bleibend und kein bißchen anstrengend, selbst nach der beschriebenen sauerstoffimplizierten Fruchtattacke bleibt ein hoher Fluß erhalten.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 20/25

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