der zweite Felsen

Was Rotes konnte ich gestern auch an den Mann bringen (im wahrsten Sinne des Wortes):

2011er [Syrah] – Felsen II – trocken  – Landwein Weinland, Christian Tschida, Neusiedlersee

Daß es sich hier um einen Syrah handelt, kann man an dem etwas versteckt angeordneten roten „S“ auf dem Etikett (rechts unten) erkennen. Beim „Felsen I“ steht an der gleichen Stelle ein „B“…

Die Farbe ist ein dunkles Rubinrot mit geringer Transparenz; in der Nase zeigen sich süße Schwarzkirsche und Preiselbeere, ganz leicht Braunwürze in Form von Pfeifentabak und Vanille. Am Gaumen wenige, recht samtige Tannine, leicht und kurzzeitig adstringierend. Die Fruchtseite ist schön ausgeprägt, ohne dabei plakativ zu wirken. Auch hier ist das Holz eher dezent vertreten, es zeigt sich aber deutlich Karamell, dazu auch etwas nasse Ackerscholle. Die Säure ist fast keck und ist perfekt zum Extrakt ausbalanciert, sie hält den Syrah fast blaufränkischgleich konsequent auf der frischen Seite. Der Nachhall hallt einige Minuten recht dicht, aber unaufdringlich, Frucht und Würze sind sehr schön ausbalanciert.

Noch so ein Wein, an dem es quasi nichts zu maulen gibt. Er verbindet auf schöne Weise Leichtigkeit und Fluß mit Fülle, die Mineralik ist dezent, aber dennoch deutlich und eben auch in gewisser Weise eigen. Macht sehr viel Spaß, hat aber auch seinen Preis…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25

4 comments on “der zweite Felsen

  1. Klingt sehr spannend der Syrah. Wäre bestimmt interessant den zusammen mit einem Syrah von der Sonoma Coast (z.B. von Peay Vineyards) oder aus Carneros (z,B. Von Hudson Vineyards) zu probieren. Generell empfinde ich Syrah als sehr spannende Rebsorte… muss ich auch mal wieder was aus dem Keller holen :I
    VG Patrik

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    • Hallo Patrik,
      ich habe gar nicht die ganz große Erfahrung mit Syrah / Shiraz, was hauptsächlich daran liegt, daß ich früher regelmäßig eher anstrengende, überfrachtete Vertreter dieser Sorte abbekommen habe. Syrah hat noch dazu im Burgenland eher wenig bis gar keine Tradition, aber ich wollte einfach mal wissen, was der Herr Tschida so d’raus macht. Hat sich aus meiner Sicht gelohnt…
      VG Erich

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      • dann hast Du sicherlich eher Australier als Vertreter von der nördlichen Rhone im Glas gehabt.
        Wobei ich mit vorstellen könnte, dass die Syrah von der Côte-Rôtie, Cornas oder Saint-Joseph schon Deinen Geschmack treffen könnten – wenig Alkohol, viel Würze, etwas wilder – brauchen aber zumeist Zeit und Luft.
        Deine Beschreibung des Felsen II klingt für mich eher nach einem „kühleren“ Cali-Syrah (zugänglicher, mehr Frucht weniger Würze als von der Rhone aber trotzdem wenig Alk.), die dann auch nix mit den üblichen neuen Welt Monster-Shiraz zu tun haben (die gibt’s in USA natürlich auch und in Österreich;) )
        Schönes WE
        Patrik

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        • Mein erster Syrah bzw. Shiraz, an den ich mich erinnern kann, war tatsächlich aus Australien; ein bzw. mehrere Wolf Blass-Shiraz, die vor gut 20 Jahren von jemand aus meinem Umfeld von dort mitgebracht wurden. Ich weiß noch, daß es da yellow, grey und brown label Varietäten gab. Es waren aber allesamt ziemliche Dickweine, denen ich damals zwar noch mehr zugetan war als heute, aber dennoch haben die keinen Hype bei mir ausgelöst. Damals war ansonsten fast alles aus Italien, was ich so in mich hineingeschüttet habe und da war -soweit ich mich erinnern kann- kein Syrah dabei. Aktuell habe ich allerdings noch zwei verschiedene Syrah von Stefano Amerighi aus der Toskana im Keller. Und eine zweite Flasche vom Tschida-Syrah, die aber jetzt noch ein paar weitere Jahre warten muß…

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