Ritsch-ratsch

Heute mal was von einem Weingut, das ich bis dato gar nicht auf dem Schirm hatte, obwohl es in Moselkreisen durchaus renommiert zu sein scheint:

2004er Riesling – Thörnicher Ritsch – Spätlese – QmP, Carl Loewen, Mosel-Saar-Ruwer

Die Farbe ist ein mittleres Goldgelb mit leicht grünen Reflexen. Für die Nase gibt’s vom Fleck weg dicht bis kandiert Ananas und Pampelmuse, auch ein bißchen was florales schwingt mit. Am Gaumen zeigt sich auch noch kandierte Blutorange in Lavendelhonig, wobei die Fruchtsüße aufgrund der pompösen Säure nicht den Hauch einer Chance hat, sich irgendwie unangenehm bemerkbar zu machen. So entsteht bei 8 PS in der Flasche pure Mosel-Frische mit Schmackes dahinter. Und der Schiefer spielt auch deutlich mit, wobei er wiederum sehr schön mit der Säure zusammenspielt. Alters-Phenole findet man auch ein paar, allerdings nur sehr dezent; der Riesling befindet sich jetzt wohl so langsam im Übergang zur reiferen Phase. Der Abgang hält einige Minuten an und präsentiert die süß-sauren Früchte bei recht niedrigem pH-Wert, ohne daß man sich dabei schütteln muß.

Ein sehr schöner, nach 13 Jahren leicht angereifter Riesling, der sehr typisch und mit hoher Perfektion zeigt, was Moselstilistik im deutlich restsüßen Bereich mit opulent-mineralischer Frucht bei maximaler Frische bedeutet. Total genial!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

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