ab vom Schuß…

Ich bin gerade in Südtirol, und zwar mehr im Westen, also etwas ab von den Wein-Brennpunkten dieser Region, die sich ja doch etwas mehr um Bozen herum und im Süden davon verdichten. In der Meraner Ecke und weiter westlich im Vinschgau wird’s mit richtig guten Weinen dann schon etwas schwieriger, hier überwiegen die Genossenschaften und die meisten produzieren in eine Richtung, die nicht unbedingt meine ist. Es gibt aber auch hier ein paar -aus meiner Sicht- lohnende Adressen, eine davon ist das

Weingut Falkenstein – Familie Pratzner, Naturns, Südtirol / Vinschgau

welches erst seit 1995 Wein produziert. Und das auf Flächen, die vorher dem Obstbau dienten. Von Tradition über Generationen kann man hier also nicht sprechen, aber das muß ja nicht zwangsläufig negativ sein. Ich habe das erste mal Bekanntschaft mit einem Falkenstein-Wein anläßlich einer unserer Weinrunden gemacht und war von dem damals verkosteten Riesling ziemlich begeistert. Seitdem stand das Gut auf meiner Besuchsliste und heute war es dann soweit.

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Das Sortiment der Falkensteiner ist trotz 12 ha Anbaugebiet recht übersichtlich. Zu verkosten gab es ganze 4 Weine, einen Gewürztraminer gibt es zwar auch noch, aber der wird nur in geringer Menge produziert und war gerade nicht vorrätig. Die 3 Weißweine -Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Riesling- sind allesamt sehr schöne „Terroirweine“ mit schöner und eigenständiger Salzigkeit, wobei der WB noch der fruchtigste Wein ist und der Riesling die Palette nach oben hin mit seiner rauchig-salzigen Note abschließt. Dieser Rebsorte hat sich das Gut auch am meisten verschrieben und das merkt man auch. Der Blauburgunder war allerdings -obwohl objektiv schön gemacht- stilistisch nicht so ganz meine Kragenweite. Aktuell werden übrigens die 2014er Jahrgänge verkauft, was mir ganz recht war. Die drei Weißen verfügen alle über eine animierende Frische, bei den 2015ern ist das vielleicht nicht ganz so gut gelöst, auch wenn ich’s nicht probieren konnte. Aber mir wurden informativ alle Säure- und Extraktdaten der Analysen vorgelesen; die Säure ist 2015 durchgehend einen Tick weniger, der Extrakt etwas mehr vorhanden, wie sich das auswirkt, kann ich nur jedoch nur erahnen.

Insgesamt wurden wir sehr freundlich aufgenommen, die 3 Weißweine konnte ich schon nach der kurzen Verkostung sehr weit oben im Südtirol-Ranking einordnen, der Blauburgunder ist halt Geschmackssache. Übrigens hat der Riesling mit den Jahrgängen 2013 und 2014 die begehrten 3 roten Becherchen des Gambero Rosso abgeräumt, völlig zu Recht wie ich finde!

Fahrt’s mal hin, wenn ihr dort seid, das Gut hat vormittags Mo-Sa von 8:00 bis 12:00 h geöffnet, lohnt sich aus meiner Sicht…

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4 comments on “ab vom Schuß…

  1. Auch wenn Südtirol eher nicht meine Zielregion ist – meine Frau und ich sind sehr österreichaffin – fand ich den Bericht sehr interessant. Gerne mehr davon…!

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    • Eine Affinität zu A ist bei mir ebenfalls gegeben, aber eben auch zu Südtirol. Nicht nur weintechnisch gibt es da unglaublich viel zu sehen, der Genußfaktor ist hier einfach auf vielen Ebenen unglaublich hoch. Einmal im Jahr ein paar Tage, für uns schon fast ein Muß…

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      • Meine Frau sitzt mir auch schon seit längerem im Nacken, weil sie wieder einmal nach Südtirol fahren möchte. Das letzte Mal waren wir vor vier Jahren dort… Erstes Halt war immer Bozen (Mittagessen beim Vögele, danach Eis am Marktplatz) und danach der Kalterer See. Vielleicht schaffen wir es heuer nochmal.

        Wird aber wohl erst im Herbst was werden, weil wir bereits im Juli eine Ausflug nach Franken und im August eine Reise nach Krems geplant haben. Schau mer mal!

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        • Bei uns zuerst das Plattner-Bienenmuseum in Wolfsgruben am Ritten zum Aufstocken der Honigbestände, dann in Unterinn der Obsthof Troidner / Kohl (ich will schließlich was gscheits zum Frühstück haben, incl. Honig), dann der Saxiller Keller oberhalb Prissian zur Einnahme einer erheblichen Portion Schlutzer. So ist’s der Brauch…

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