Eisbach zur Kühlung – Relaunch

Nach einer beschwerlichen und entbehrungsreichen Alpenquerung via Timmelsjoch haben wir uns nach nunmehr schon zwei Jahren mal wieder einen

2010er Riesling – Eisbach – trocken – Qw, BattenfeldSpanier, Rheinhessen

gegönnt. Dieser Underdog-Jahrgang hat mich ja schon des öfteren positiv überrascht, vor allem scheinen die Weine sehr schön zu reifen. So war ich denn auch voll der Hoffnung, daß der „Eisbach“ nochmal zugelegt hat.

Relativ sattes Goldgelb im Glas. Für die Nase gibt’s vom Fleck weg viel Feuerstein und Walzzunder, die Frucht ist zur Gänze dahinter versteckt. Am Gaumen gibt’s etwas mehr davon, sehr dichte, leicht fermentierte Ananas, auch etwas Maracuja, ganz leicht reduktiv wirkend. Die Mineralik ist aber auch hier stark repräsentiert. Die Säure ist deutlich, hat aber mit dem Extrakt einen potenten Gegenspieler auf Augenhöhe, insgesamt sehr frisch und belebend, obwohl mit der Gerbstoffigkeit auch was leicht cremiges mitschwingt. Der Abgang ist wiederum klar mineralisch, könnte gut der Hauswein von Peine-Salzgitter oder ArcelorMittal werden.

Aus meiner Sicht hat sich der „Eisbach“ sehr vorteilhaft weiterentwickelt und ist auch noch lange nicht am Ende. Phenolik findet man übrigens noch gar nicht. Die Mineralik ist schon etwas krass, muß man mögen. Für Freunde von solchen Mineralbomben -wie mir- aber ein gefundenes Fressen. Oder so…

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 3. Juni 2015:

Gestern war es bei uns bis Mitternacht sehr schön warm draußen, da war etwas Kühlflüssigkeit angebracht. Im Keller fand sich noch ein

2010er Riesling – Eisbach – trocken – Qw, BattenfeldSpanier, Rheinhessen

aus dem vermeintlichen Scheißjahr (ich darf das hier schreiben, woanders werdem einem da ja gleich die Sternchen verpaßt). Das mit den schlechten Weinen aus einem schlechten Jahr habe ich schon öfters widerlegt, vielleicht klappt’s ja nochmal.

Der „Eisbach“ 2010 ist der erste Jahrgang aus der sogenannten „Edition Extra“. Der Eisbach beeinflußt anscheinend im Anbaugebiet das Klima, es soll hier insgesamt kühler sein, was sich auf die Traubenreife auswirkt.

Im Glas zeigt sich der mit 12 PS ausgestattete Riesling mit einer recht intensiv goldgelben Farbe. In der Nase gleich die BattenfeldSpanier-Steine, auf die das Weingut so viel Wert legt. Die Fruchtaromen kommen dann auch erst nach einer gewissen Zeit so richtig zum Vorschein. Dann kann man aber ein ganz eigenes Bouquet aus Honigmelone, Roter Eßbanane, Babyananas aus Zanzibar, Blumenwiese, Safran und Eierlikörkuchen entdecken. Die Säure dabei ganz 2010 untypisch (?) sehr fein, der Wein insgesamt sehr trocken, jedoch mit gefühlt hohem Extraktanteil und der oben schon angesprochenen Mineralität, die den Abgang auch nachhaltig bestimmt.

Super Sache aus meiner Sicht, weil für einen Riesling eine ganz außergewöhnliche Stilistik erreicht wurde, die viel Spaß im Glas macht…

Meine Wertung: 2

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s