Grill-Liter

Um es gleich vorweg zu nehmen: nein, ich bin jetzt nicht zum Trollinger-Fan geworden! Auch wenn es durchaus einige ernstzunehmende Berichte über ganz ansprechend gemachte Trollinger gibt, denen ich durchaus Beachtung schenke. Zumindest in der Südtirol-Variante „Vernatsch“ kann ich auch auf qualitativ schönem Niveau mitreden, da habe ich immerhin zwei Fläschchen im Keller. Die kommen auch irgendwann mal dran…

Den hier vorgestellten

2015er Trollinger – Fellbacher Lämmler »Schiefer« trocken – Qw, Fellbacher Weingärtner, Württemberg

habe ich mal geschenkt bekommen und -ganz etikettenhörig- gleich dahin gestellt, wo bei mir die potentiellen Kochweine aufbewahrt werden. Wo’s gerade so schön warm ist, werden bei uns auch gerne und häufig Lebensmittel über Holzkohleglut thermisch behandelt. Schweinenacken lege ich bevorzugt ein bis zwei Tage vorher in eine Marinade aus Rotwein, Sojasauce und Honig ein; das führt dazu, daß das Fleisch neben der aromatischen Beeinflussung auch saftiger bleibt und eine schöne, leicht malzige Kruste bekommt. Dazu kann man eigentlich jeden Rotwein hernehmen, der nicht tanninlastig ist und er darf natürlich auch keine Fehltöne aufweisen. Tannine sind beim Trollinger aus der Literflasche eher nicht zu erwarten, trotzdem wird vorher vorsichtshalber -zwengs der Fehltöne- ein bißchen was probiert:

Im Glas ein helleres, leicht bräunliches Ziegelrot, kann man problemlos durchschauen. In der Nase kommt nicht so wahnsinnig viel an, geht in Richtung „Mon Chérie“, also deutlich alkoholisch trotz gerade mal 12,5 Volt. Am Gaumen ist der Allohol nicht ganz so präsent, hier zeigt sich ein zwar nicht unangenehmer, aber auch wirklich bemerkenswerter und etwas diffuser, roter Fruchtpunsch. Am schönsten ist hier noch das durchaus gelungene Süße-Säure-Spiel, der Wein ist soweit schön frisch und von jeder Klebrigkeit weit entfernt. Wenn man -vom Etikett animiert- nach dem Schiefer sucht, wird man tatsächlich ein klein bißchen mineralisch fündig, wobei die Konzentration zu niedrig ist, um den Schiefer bestätigen zu können. Der Abgang ist dann von überraschender Länge, allerdings schiebt sich hier anfangs der Alk wieder deutlich nach vorne.

Nun, zum Trinken ist das -für mich- gar nichts, obwohl ich jetzt nichts wirklich abstoßendes daran gefunden habe. Aber der Wein ist halt -wie erwartet- reichlich eindimensional und somit belanglos. Ich bin sicher, daß sowas -vor allem im regionalen Umfeld- durchaus seine Fans findet, aber bei mir besteht der Wein nur die Marinadenprüfung, die allerdings ohne jegliche Zweifel. Das Grillgut saugt gerade noch was von den es umgebenden Säften auf, mal sehen, wie’s wird; aber ich bin guter Dinge. Zum Trinken gibt’s dann natürlich was gänzlich anderes. Da meine Bepunktelung ja vom Trinkgenuß ausgeht und nicht von der Marinadentauglichkeit, bleibt aus meiner Sicht nur ein sehr schwaches Ergebnis zurück:

Meine Wertung: Nachkauf 0 von 3, Gesamt 7 von 25

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