Für die Kruste

Heute habe ich mal wieder einen Wein für eine Marinade gebraucht, diesmal habe ich mir was weißweinbasiertes vorgestellt. Für solche Zwecke habe ich auch mal den

2015er Ehrenfelser – Klottener Burg Coraidelstein – Spätlese – fruchtsüß, Theo Loosen, Mosel

reserviert, da mir bei den letzten Weinen dieses Gutes (allesamt Firmengeschenke) das Süße-Säure-Spiel durchweg zu klebrig, fast anstrengend war, die Weine allerdings zum Kochen allesamt sehr gut geeignet waren. Und Süße in der Marinade gibt letztlich eine schöne Kruste am Grillgut. Ich muß gestehen, daß ich mit der Rebsorte „Ehrenfelser“ erst mal gar nichts anfangen konnte und diesen Namen aus meiner totalen Unkenntnis heraus erst mal als Orts- bzw. Lagennamen wahrgenommen habe. Die Sorte ist eine Neuzüchtung aus Riesling × Knipperlé und wird erst seit den 70ern in kleinem Maße angebaut. Der Name geht zurück auf die Burg Ehrenfels, die allerdings im Rheingau steht.

Die Farbe ist ein deutliches Goldgelb, der Ehrenfelser hat eine dichte und durchaus typische Mosel-Nase, konzentrierte Baby-Ananas und andere Exotik wie Papaya zeigen sich vor allem, aber schon hier wirkt der Zucker etwas „scharf“. Am Gaumen dann wie erwartet bzw. befürchtet die eher kantig-klebrigere Seite der Fruchtsüße, die nicht so meins ist. Die Frucht wirkt zwar trotz allen Gehalts relativ frisch, aber es bleibt für mich ein doch etwas angestrengter Eindruck zurück. Der Abgang ist lang und fruchtsüß, auch hier fehlt es für mich an der Geschmeidigkeit, die ich bei vielen Moselweinen so schätze.

Man merkt dem Ehrenfelser aus meiner Sicht die Riesling-Verwandtschaft deutlich an, hätte ich blind sicher als solchen definiert. Was das „ehrenfelserische“ daran nun genau ist, vermag ich nicht zu sagen. Soweit ist dieser Wein nichts Schlechtes, bzw. bin ich davon überzeugt, daß diese Stilistik bei vielen Leuten sehr gut ankommt. Aber „my cup of wine“ ist das leider nicht, obwohl ich sagen muß, daß dieses Fläschchen aus meiner Sicht bis jetzt die Spitze dessen darstellt, was ich von diesem Weingut probiert habe; ein bißchen Spaß hat wenigstens das Bukett geboten, daher knapp

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 14/25

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