Mein erster 2015er – Relaunch

Gestern war es an der Zeit, mal zu testen, wie sich der einstige Frischling

2015er Grüner Veltliner – Kies – trocken – Qw, Kurt Angerer, Kamptal

mittlerweile so entwickelt hat. Aus den geplanten paar Monaten sind nun gut eineinhalb Jahre geworden, aber egal…

Strohgelb zeigt sich der „Kies“ im Glas, eine eher zarte Fruchtnase mit Birne, Mirabelle und Limettenzesten wird geboten; später auch ganz leicht braunwürzig. Am Gaumen ebenfalls frisch-fruchtig, wobei die Dichte hier schon etwas höher ist, ein bißchen Kies schimmert auch noch durch. Die Säure ist nach wie vor sehr deutlich, aber schön integriert. Anschließend hallt es ganz gut auf der frisch-fruchtigen Seite nach.

Die grüne Seite von einst hat der „Kies“ nunmehr komplett abgelegt, jetzt präsentiert er sich als immer noch recht jung wirkender, aber eben letztlich fertiger Wein, der für eher unkomplizierten Genuß gedacht ist und das auch gut hinbekommt. Eignet sich gut zum Mitbringen, wenn die „Kundschaft“ nicht ganz so nerdig drauf ist wie man selbst, man aber doch was mitbringen möchte, das man fern jeglicher Banalität selbst auch noch mit einigem Genuß trinken kann.

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 16/25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 13. Dezember 2015:

Ich denke, ich habe bis jetzt noch nie einen Wein bereits im Lesejahr getrunken. Vor ein paar Tagen war ich dann bei der Adventsverkostung bei einem meiner Weinhändler, der in dieser Zeit immer die Neuzugänge im Portfolio vorstellt. Diesmal waren auch drei 2015er dabei. Gemäß seiner Aussage ist es anscheinend so, daß viele Winzer aufgrund des nicht so optimalen Jahres 2014 insbesondere an die Gastro-Kunden kaum noch was liefern können, wenn überhaupt. Dazu kommt die große Erwartung an die viel beschriebene Qualität des 2015er Jahrgangs, so daß sich einige Winzer wohl entschlossen haben, den ein oder anderen Wein sehr früh abzufüllen und auszuliefern.

Ich habe einen Sauvignon von Karl Pfaffmann aus der Pfalz und eine Cuvée (Erstes Faß 2015) vom Winzerhof Stahl in Franken probiert, aber diese beiden Weine schmeckten noch recht unfertig. Zwar kein Federweißer mehr, aber fertig schmeckt halt anders für mich.

Beim

2015er Grüner Veltliner – Kies – trocken – Qw, Kurt Angerer, Kamptal

allerdings war das etwas anders.

Bei diesem Weingut gibt es übrigens keine DAC-Weine (warum auch immer), alle Flaschen weisen Niederösterreich als Herkunftsort aus.

Ein helles Strohgelb zeigt sich im Glas, in der Nase Stachelbeere, weißer Pfirsich, Nektarine und Karambole, deutlich auch nasser Kies – nomen est omen (der Kies stammt aus der Lage Kiesling), insgesamt schon noch ein bißchen grün. Am Gaumen nicht so viel von der Stachelbeere wie in der Nase, dafür etwas Gravensteiner Apfel sowie etwas heller Blütenhonig, ansonsten eine schöne Fortführung des obigen Eindrucks. Die Säure ist präsent, aber sie wird durch den Extrakt im Zaum gehalten und ist grimassenneutral. Auch hier eine schöne, auffällige Mineralik. 12,5 Umdrehungen hat der GV, was angesichts der jetzt schon vorhandenen Geschmacksfülle weniger als gefühlt ist. Der Abgang ist ordentlich lang und bietet die säuerlichen Fruchtaromen ohne störendes Beiwerk an.

Dieser Wein ist erwartungsgemäß geschmacklich sehr jung und hat sicher noch einiges an Entwicklungspotential, aber er ist keineswegs unfertig. Eine fein differenzierte Frucht gepaart mit einer schönen Mineralik und einer erfrischenden Säure haben schon jetzt viel Spaß gemacht. Wenn jetzt auch noch Sommer gewesen wäre, hätte es perfekt sein können, aber immerhin schien die Sonne! Und ich bin gespannt, wie sich der GV in ein paar Monaten präsentiert…

Meine Wertung: 2

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