Dunkel und saftig – Relaunch

Gestern gab’s mal wieder eine Gelegenheit, was schönes dunkel-rotfruchtiges aufzumachen. Dazu wurde eine Flasche

2012er Schwarzriesling – trocken – Qw, Friedrich Becker, Pfalz

aufgemacht, die letztes Jahr im Rahmen einer unserer Weinrunden schon mal im „Rahmenprogramm“ dran war.

Im Glas ein mitteltransparentes, dunkleres Blutrot, violette Schimmer mache ich nicht mehr aus. Für die Nase gibt’s viel schwarze Johannisbeere und ein paar Brombeeren, dazu etwas Kalksteinmehl; Schokolade und die beim letzten mal gefundenen Rosa Beeren kann man allenfalls noch erahnen. Am Gaumen kommen noch ein paar herbe Schwarzkirschen dazu, etwas Schokolade (hier schon) und Süßholz schwingen auch mit. Mit der potenten Säure kommt auch ein ganz kleines Grapefrüchtchen incl. Bitterchen mit, Tanninchen gibt’s nur vereinzelt ein paar. Steine und Erde findet man zwar auch noch, diese haben sich aber anscheinend hinter dem jetzt dichter wirkenden Extrakt besser versteckt. Der dunkelfruchtige Abgang hält schön lange an und schleift wieder ein bißchen Schokolade mit.

Einerseits auf der Fruchtseite nach wie vor recht gut bestückt, wirkt der Wein dennoch nicht überfrachtet, er ist einfach schön dunkelsaftig mit dezenter, aber doch prägender Mineralik. Wenn ich mir die untenstehende Beschreibung von der letzten Verkostung ansehe, so hat sich der Schwarzriesling leicht weiterentwickelt, wobei ich den Eindruck habe, daß die Fruchtseite eher noch zugelegt hat. „Klassische“ rote Reifenoten findet man jedenfalls noch gar nicht.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachfolgend noch der Text aus der letzten Verkostung vom 15. Juli 2016 anläßlich unserer 8. Weinrunde:

Die Farbe paßt zum Namen und geht leicht ins Violette. Das Bukett enthält dunkle Kirschen, Heidelbeere, 60er Schokolade und Rosa Beeren (das Gewürz, auch Weihnachtsbeeren genannt). Am Gaumen eher wenige Tannine, dabei aber würzig-pfeffrig, auf der Fruchtseite schwarze Johannisbeere und ebenso schwarze Kirschen. Recht packende Säure, die diesen recht extraktreichen Wein in Richtung Frischezone schiebt, viele erdige und steinige Noten, die die Fruchtseite aber nicht beeinträchtigen. Sehr vielschichtiger, fruchtig-herber Abgang, bei dem man viel Zeit hat, die verschiedenen (Frucht-) Aromen ′rauszufiltern.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

4 comments on “Dunkel und saftig – Relaunch

  1. Ich fand den damals sehr schön, vor allem das angenehm fruchtig-herbe. Bei der nächsten Becker-Bestellung ist der dabei…

    Viele Grüße ralph

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    • Hallo Ralph,
      die leichte Herbheit, wie vor einem Jahr festgestellt, war jetzt nach meiner Wahrnehmung etwas weniger ausgeprägt, kann aber auch tagesform- und essensabhängig gewesen sein. Die Frucht wirkte aber trotz der gefühlten Intensivierung in keinster Weise plakativ, der Trinkspaß war jedenfalls wieder sehr hoch. Ziemlich viel Wein für’s Geld!
      VG Erich

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  2. Hi Erich,
    spannend und eher ungewöhnlich, dass die Frucht mit der Reife zulegt – überhaupt ein spannender Wein. Erinnert mich daran, dass ich schon länger mal einen anständigen Schwarzriesling probieren wollte.
    Von Becker hab ich noch ein paar SB’s aus 2005, 2006 und 2007 im Keller – schöne Weine aber aktuell nicht mehr 100% mein Geschmack und deshalb auch nicht mehr auf meiner Nachkaufliste.

    Hattest Du neben Becker bis dato noch andere Schwarzrieslinge im Glas?
    VG Patrik

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    • Hallo Patrik,
      es war zumindest mein Eindruck, daß der Schwarzriesling fruchtseitig ein bißchen zugelegt hat. Allerdings kann ich einen gewissen Einfluß der Verkostungsumstände auch nicht ausschließen, vor allem auch hinsichtlich der ersten Verkostung im Rahmen einer unserer Weinrunden, bei der der Wein recht spät dran war. Und soweit ich mich erinnere, mußte ich da keinen Spucknapf benutzen…
      So viel Schwarzriesling-Erfahrung habe ich auch nicht, Schlör in Tauberfranken ist da aber eine sehr schöne Adresse. Wurde auch im Würzburger Keller schon sehr begeistert geleert…
      VG Erich

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