Burgunder vom Bodensee – Relaunch

Auf besonderen Wunsch hin habe ich heute mal wieder einen älteren Grauburgunder vom Bodensee aufgemacht:

2012er Grauburgunder – Meersburger Sonnenufer – trocken – Qw, Aufricht, Bodensee

Im Glas ein eher unauffälliges Goldgelb mit leicht grauem Einschlag, geruchstechnisch zeigt sich vor allem reiferes Kernobst: sehr reife und saftige Williamsbirne, mürbe Äpfel und gelbe, reife Pflaumen, ganz leicht reduktiv und mit etwas Kreide versetzt. Geschmacklich schlägt der Wein grundsätzlich in die gleiche Kerbe, eine leichte Cremigkeit wird durch eine sehr schöne Säurestruktur auf der angenehm frischen Seite gehalten. Auch hier wieder ein leichter Kreide- und Specksteintouch. Der Nachhall ist ordentlich lang, schöner Mix aus milden Steinen und fortgeschrittenen Früchten.

Dieser GB ist nun bereits in Würde leicht angegraut, zeigt aber noch keine Schwächen; dennoch denke ich nicht, daß die geschmackliche Entwicklung noch spürbar nach oben weiter geht. Allerdings ist dies auch ein Wein, der eigentlich eher für den schnelleren Konsum gedacht ist, jedenfalls gehe ich davon aus. Insofern spricht es durchaus für den GB, daß er sich heute in so schöner Verfassung zeigt, vor allem auch deswegen, weil die sonst so gefürchtete GB-Breite hier nach wie vor kein Thema ist.

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 18/25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 6. November 2015:

Gestern gab’s nach einiger Zeit mal wieder einen Grauburgunder. Von Aufricht am Bodensee war noch eine Flasche

2012er Grauburgunder – Meersburger Sonnenufer – trocken – Qw, Aufricht, Bodensee

im Keller. Dieses ist der Basis-GB ohne Lilie(n), der ganz im Stahl ausgebaut wurde, soweit ich weiß.

Die Farbe ist kräftig strohgelb mit ein paar dunkelgrünen Reflexen. Aus dem Glas kommt gleich ein schöner Duft nach Pfirsich und Birne, recht intensiv für die Einstiegsebene. Am Gaumen ebenso was für Fruchtliebhaber, ohne daß das Ganze in eine übertriebene Fruchtbonbonstilistik abgleitet. Für einen Grauburgunder recht prägnante, frische Säure, ein paar kleinere Steine sind im Hintergrund erkennbar. Die 12,5 Umdrehungen laut Etikett sind weniger als man geschmacklich vermuten würde. Ordentlich langer Abgang, der den Fruchtextrakt nochmal schön betont.

Schöner und klarer, dabei unkomplizierter Grauburgunder, weit von der Belanglosigkeit vieler Pinot Grigios & Co. entfernt.

Meine Wertung: 2

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