Ultraleichter SB

Vor gut zweieinhalb Jahren hatte ich meinen ersten slowenischen Wein im Glas, der mich damals recht positiv überrascht hat. Auch wenn’s kein richtiger Slowene ist, denn das Weingut gehört zu Tement aus der benachbarten Steiermark und die Lagen für den Wein liegen anscheinend direkt an der slowenisch-österreichischen Grenze, gleich neben der Renommierlage Zieregg. Die Eleganz und Dichte dieses Weins haben mich damals veranlaßt, ihn recht nahe an die Zieregg-SB’s von Tement zu stellen. Ob das zwei Jahrgänge später auch noch so ist? Das haben wir letzten Sonntag ausprobiert mit dem

2014er Sauvignon blanc – Fosilni Breg – suho – Kakovostno Vino Z ZGP, Domaine Ciringa / Tement, Štajerska Slovenija

Im Glas ein recht helles Strohgelb, das Bukett ist eher verhalten, etwas Zitrone, grünes Laub und Kräutertee. Am Gaumen wirkt der SB auch eher leicht, auf der Fruchtseite kann man vielleicht noch zusätzlich was lycheemäßiges erkennen. Der deutlichen Säure steht klar zu wenig Extrakt gegenüber, die paar Steine sorgen auch nicht für Fülle. Der Abgang ist von mittlerer Länge, ist dabei recht frisch, aber eben auch etwas substanzlos.

Die 2014er Ausgabe ist leider recht dünn geraten, von der einstigen Faszination, die der 2012er noch ausstrahlte, ist praktisch nichts übrig geblieben. Ich weiß nicht, was der Grund für diesen aus meiner Sicht doch recht drastischen Unterschied ist. Wurde er vielleicht absichtlich „downgegraded“, weil er relativ zu den ersten und großen Lagen des Hauses Tement zu gut war? Ist natürlich nur eine unsubstanziierte Vermutung meinerseits. Jedenfalls ist das, was sich hier im Glas wiederfindet, reichlich belanglos; kann man zwar beschwerdefrei nebenher wegschlabbern, aber für einen reinen „Saufwein“ ist das dann doch erheblich zu teuer.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 12 von 25

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2 comments on “Ultraleichter SB

  1. Schade! Dass es dauerhaft einen „Zieregg 2.0“ unter einer anderen, günstigeren Marke gibt, wäre aber auch zu schön gewesen, um wahr zu sein,

    Ansonsten entferne ich mich immer weiter von den Steirern – die Preise sind mir inzwischen auch schon im Einstiegssegment zu hoch geworden.

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    • Ich hatte neulich sogar eine kurze Diskussion darüber, in der von der Gegenseite absolut ausgeschlossen wurde, daß ein Fosilni Breg mit einem Zieregg auch nur ansatzweise vergleichbar sein könnte. Angesichts der Erfahrung mit dem 2014er kann ich diese Argumentation nun selbst sehr gut nachvollziehen; möglicherweise war der 2012er einfach eine Ausnahme. Ich war dann schon recht erstaunt ob dieses immensen Unterschieds zwischen den beiden Jahrgängen. Blind werde ich ihn daher sicher nicht mehr kaufen.
      Allerdings ist die Südsteiermark keine Region, von der ich mich gedanklich verabschiede. Sicher keine Schnäppchen-Region, aber die Weine, die ich in der letzten Zeit von da im Glas hatte, waren so ziemlich alle ihr Geld wert und ich habe deren Kauf nicht bereut. Aber selbst wenn mein Interesse an der Region mal verebben sollte, ein Gut wird sicher übrigbleiben: Werlitsch…

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