Zuviel der Säure…

Heute mal wieder ein Riesling aus der Pfalz, von dem ich vor dem Öffnen überhaupt keine Idee hatte, wie er sich so präsentieren könnte. Das war mal so ein Schnäppchen-Wein aus einer Reihe von Einzelflaschen, die einer meiner Weinhändler mal anläßlich einer Adventsverkostung zum Super-Sonderpreis verschleudert hat:

2014er Riesling – Nussriegel Ungstein – trocken – Qw, Oliver Zeter, Pfalz

Im Glas ein helleres Goldgelb, in der Nase vorrangig und ziemlich dicht Orangenschalen, auch etwas Ananas, dahinter leicht grünkräuterig. Am Gaumen erwartet einen dann erst mal eine recht herb-kantige Säure, der dann Bitterorangen mit etwas Earl-Grey-Tee folgen. Wenn man sich erst mal an die Säure gewöhnt hat, folgen noch viele herbe Steine nach. Der Abgang ist bei schöner Länge recht belebend, aromatischerseits drängt sich hier der Vergleich mit Bitter Lemon auf.

Geruchlich „moselt“ dieser Riesling noch ein bißchen und läßt sogar einen restsüßen Eindruck am Gaumen erwarten; faktisch wirkt der Wein dann aber aufgrund der äußerst kecken Säure bei gerade mal 11,5 PS unter der Haube doch sehr trocken. Einerseits ein durchaus interessanter Riesling, aber der dann doch recht extreme Säurebogen macht den Wein selbst für mich als Säure- (struktur) -fanatiker schon etwas anstrengend…

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 15/25

4 comments on “Zuviel der Säure…

    • Hallo!
      So viele (Oliver) Zeter-Weine kenne ich noch nicht, aber bis jetzt bleibt bei mir auch der Eindruck, daß die „normalen“ Weine dieses Guts nicht so ganz auf meiner Linie liegen. Nur den „Sweetheart“ -einen süßen Sauvignon Blanc- fand ich tatsächlich sehr eigenständig und dabei ausnehmend gut. Dem bekommt die kernige Säure deutlich besser als den trockenen Sachen…
      VG Erich

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  1. Die Zeter-Weine werden ja zur Zeit recht hoch gelobt bei diversen Blogs. Sehr erfrischend, auch einmal etwas Kritisches zu lesen. Wobei es natürlich teilweise am Jahrgang liegen kann… einige Pfälzer Weine, die ich aus 2014 verkostet habe, sind auch recht säuregeprägt.

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    • Das ist generell natürlich richtig, daß der kühlere Jahrgang da auch ein bißchen „schuld“ dran sein kann. Aber gerade auch aus 2014 habe ich einige schöne Pfälzer mit deutlich gelungenerer Säurestruktur im Glas gehabt. Vielleicht wären dann eher die Zeter-Weine aus wärmeren Jahren was für mich…

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