Südtiroler Urlaubswein

Mein bzw. unser 2017er Kurztrip nach Südtirol ist nun schon wieder einige Zeit bzw. gut 100 Beiträge her, da muß ich jetzt endlich mal was von der Urlaubsbeute opfern. Es heißt ja, daß Urlaubsweine am Ort der Entdeckung häufig aufgrund der positiven Grundstimmung in solcher Zeit deutlich überbewertet werden bzw. daß es dann zu Hause böse Überraschungen hagelt. Zum Glück passiert mir sowas eher selten, und so war ich denn auch recht sicher, daß der

2014er Sauvignon [blanc] – Südtirol Vinschgau DOC, Falkenstein, Südtirol

kein Wein ist, der einen Plan B erfordert. Falkenstein ist eines der beiden Weingüter, die ich besucht habe, war dieses Jahr nicht so exzessiv wie zuvor. Das Weingut ist relativ jung, überhaupt gibt es westlich von Meran noch nicht sooo viel Weinbautradition. Die Falkensteinschen Weingärten haben denn auch vor gar nicht allzu langer Zeit noch dem Obstanbau gedient. Aber Tradition ist auch kein alleiniger Garant für Spaß im Glas.

Im Glas zeigt der SB ein helleres Goldgelb, in der Nase nach wenigen Gedenkminuten deftig fruchtig auf der gelb-grünen Seite, dennoch nicht laut: Jostabeeren, reife Karambole, wenig Heu, leicht Estragon. Am Gaumen dann frisch, aber etwas weniger grünlich, einiges an Zitrus in Richtung Ugli wirkt sehr belebend, die potente Säure ist gegen den Extrakt sauber ausbalanciert. Der Boden trägt klar und kühl, aber nicht dominant zur Stilistik bei, der Nachhall ist auch eher von kühler, erfrischender Natur.

Nein, es gab keine Enttäuschung, der Wein hat heute das erfüllt, was er beim Probieren vor Ort versprochen hat. Ein frischer SB ohne allzu laute gelb-grüne Aromatik, mit einem ordentlichen Schuß Mineralik, nicht überkandidelt, aber auch weit entfernt von Alltagsware. Macht daheim immer noch Spaß. Vom zweiten besuchten Gut steht übrigens auch schon was im Kühlschrank…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

2 comments on “Südtiroler Urlaubswein

  1. Wie schon einmal erwähnt bin ich bislang recht unbedarft, was Südtirol weinbaumässig anbelangt. Bei der Herbstmesse eines Münchner Weinhändlers am Wochenende hatte ich dann Gelegenheit, einen Querschnitt aus Rot- und Weißweinen zu verkosten. Die Qualität war durchweg hoch – das Geschmacksbild entsprach jedoch oft nicht meiner deutsch/Österreichischen Konditionierung. Gekauft habe ich dann aber dennoch etwas: den Vernatsch „Freisinger“ von der Kellerei Tramin.

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    • Die Südtiroler sind schon „anders“, und das ist auch gut so! Das Qualitätsniveau ist auch bei den Genossenschaften erfreulich hoch und die Traminer zähle ich klar zu den „Oberen“. Schön finde ich vor allem, daß viele Weine aus der Ecke eine tolle Säurestruktur mitbringen, auch und gerade bei den ganzen Burgundertypen. Vernatsch ist allerdings generell nicht so meine Richtung, auch wenn’s da ab und zu mal was sauber gemachtes gibt. Aber das meiste aus dieser Sorte ist mir dann doch zu belanglos. Bei Rot schaue ich eher in Richtung Blauburgunder; wenn die Stilistik nicht zu „deutsch“ ist, kann das auch nachhaltig Spaß machen.

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