Mehr Hefe bitte…

Vor einiger Zeit habe ich ja mal einen der „Hefe-Weine“ von Balthasar Ress aufgemacht, nun kommt mit dem

2013er Riesling – [Hattenheim Engelmannsberg] – »32« – trocken – Rheingauer Landwein – Gutswein, Balthasar Ress, Rheingau

die nächste Stufe dran, die nochmal 14 Monate länger auf der Hefe verweilen durfte.

Dieser Riesling ist nicht geschwefelt, er enthält nur natürliche Sulfite; so weist es jedenfalls das Rückenetikett aus. Hier stammen die Trauben aus der Lage Engelmannsberg in Hattenheim.

Im Glas ein leicht trübes Strohgelb mit orangem Touch, noch leicht perlend, geruchlich gleich viel Hefe und entsprechender Zopf, dazu dicht Backapfel, etwas reduktive Maracuja und Staubsaugerbeutel. Geschmacklich sorgt die Hefe für eine leichte Cremigkeit, der herbe Apfel-Maracuja-Mix ist auch wieder da, die etwas malzig wirkende, amtliche Extraktsüße wird durch eine ebenfalls herb wirkende Säure inclusive etwas CO2 super eingefangen. Hefe und Salze bilden für das Ganze eine mächtige Unterlage, mit der Zeit entwickelt sich auch etwas Lakritze. Der Abgang lebt recht lange von dem hefig-malzigen Extrakt, auch hier sorgen die ganz eigene Säurestruktur sowie ein paar kandierte Zitruszesten für geringe Ermüdungswerte.

Anfangs kam mir noch der Vergleich mit Schampus wie beim oben verlinkten 18er, aber die Dichte der hefigen Aromen ist hier doch schon so hoch, daß der Vergleich nicht mehr richtig zieht. Ist schon ein ganz eigenes Getränk, fett und belebend zugleich, in jedem Fall nicht alltäglich. Interessant übrigens, daß man den Wein über einen recht großen Temperaturbereich von gefühlt 8 bis 15 °C sehr schön genießen kann, ohne daß sich da irgendwo Schwächen auftun. Als Experiment aus meiner Sicht durchaus gelungen, dürfte aber Riesling-Traditionalisten nur zu Kopfschütteln verleiten.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

9 comments on “Mehr Hefe bitte…

  1. Hi Erich,
    klingt ja ziemlich freakig – selbst für Dirk Würtz. Hat er diese Weine nochmal gemacht oder war das nur ne Aktion für den Master aus HH?
    VG Patrik
    PS: Das „Wein am Limit“ auf dem Logo ist hier ganz schön überdimensioniert… finde ich.

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